Weder der EHC Olten noch der HC La Chaux-de-Fonds konnten seit Einführung der Playoffs den Titel in der Swiss League nie gewinnen. Nun stehen sich die beiden Equipen im Finale gegenüber. Einer kommt diesmal nicht darum herum, zuletzt den Pokal in die Höhe zu stemmen.
HC La Chaux-de-Fonds mit sieben Final-Niederlagen: Nicht weniger als siebenmal stand der HCC in einem Finale in der Swiss League. Sechsmal siegte zuletzt aber die gegnerische Mannschaft (zuletzt im Jahr 2019, als der HCC mit 0:4-Siegen dem SC Langenthal unterlag). Allerdings wurde der Titel im Jahr 1996 nicht ausgespielt, die beiden Finalisten GC und HCC bestritten mit dem letzten der NLA, dem Lausanne HC, eine Liga-Qualifikation in einer Mini-Gruppenphase mit je einem Hin- und Rückspiel.
EHC Olten mit vier Final-Niederlagen: Der EHC Olten rückte bislang viermal ins Finale vor, stets triumphierte zuletzt die andere Mannschaft; einmal stiegen die SCL Tigers anschliessend in die National League auf und bei der letzten EHCO-Finalteilnahme siegte der EHC Kloten im Frühling 2022 mit 4:1-Triumphen.
HCC torhungriger: Im Halbfinale zeigte sich der HCC torhungriger, dem Team aus dem Neuenburger Jura gelangen 23 Tore, dem EHCO deren 17 (beide Mannschaften setzten sich innerhalb von fünf Matches mit 4:1-Siegen durch).
EHCO kassierte mehr Tore: Der EHCO kassierte 13 Gegentore, der HCC nur deren 10.
Es gilt ernst für SCL Tigers und HC Ajoie: Da weder die GCK Lions noch der HC Thurgau im Finale stehen, ist für die SCL Tigers wie für den HC Ajoie klar, dass eine Liga-Qualifikation ausgetragen wird … und ein Gegner wartet, der in die höchste Spielklasse aufsteigen will.
Der EHC Olten, der HC La Chaux-de-Fonds und die GCK Lions – sprich das Spitzentrio – gestalten ihre Matches siegreich. Und: Zum dritten Mal in Folge gibt es in der Liga keinen Doppeltorschützen. Alle Infos im Round-up zur Swiss League.
EHC Olten zeigt Effizienz: Der EHC Olten gewinnt mit 5:2-Toren gegen den EHC Visp, dies bei einem Torschuss-Verhältnis von 28:30 Schüssen.
SC Langenthal mit zu-Null-Sieg: Der SC Langenthal gewinnt mit 4:0-Toren über die Ticino Rockets und hievt sich damit auf den siebten Tabellenrang.
HC Thurgau verliert trotz Chancenplus: Der HC Thurgau erarbeitet sich ein Chancenplus von 41:32 Schüssen, verliert aber auswärts beim HC Sierre mit 2:5 Toren.
EHC Basel verliert nach Führung gegen HCC: Der EHC Basel verliert nach einer 1:0-Führung mit 2:1-Toren gegen den HC La Chaux-de-Fonds.
EHC Winterthur verliert Spektakel-Spiel: Der EHC Winterthur bleibt den GCK Lions zwar auf den Versen und kommt nach einer 1:0-Führung auf 3:4, 4:5 und 6:7 heran. Doch zuletzt ist die 16. Niederlage in Serie Realität.
Erneut kein Torschütze doppelt: Zum dritten Mal in Folge gibt es in der Swiss League keinen Doppeltorschützen. Und dies trotz des Spektakel-Resultats von 7:6 im Zürcher-Derby zwischen den GCK Lions und dem EHC Winterthur. Nicht weniger als 44 Tore fallen in der 36.Quali-Runde – die Spieler zeigen wie bereits in der 34. und 35. Runde Vielfalt: Jedes Tor wird von einem anderen Spieler erzielt.
In der Swiss League (früher National-Liga B werden seit der Saison 1993/94 Playoff-Viertelfinals ausgetragen. Exklusive errechnet «zweiteliga.org» jeweils die Playoff-Rangliste (Titel: 4 Punkte, Finale: 3, Halbfinale: 2, Viertelfinals: 1).
HC La Chaux-de-Fonds übernimmt Führung
Der HC La Chaux-de-Fonds übernimmt nun die Tabellenführung mit mittlerweile 40 Punkte und verdrängt damit den Lausanne HC auf den zweiten Platz. Zuvor hatten beide Teams 39 Zähler, aber die Waadtländer verfügen über den wesentlich besseren Schnitt pro Saison.
Der SC Langenthal (neu 34 Punkte) überholt den EHC Biel (33 Zähler). Weiterhin ohne Zähler bleiben von den aktuellen Swiss-League-Teams nur der EHC Winterthur sowie die Ticino Rockets.
EHC Kloten führt bei Punkteschnitt
Wird die Tabelle nach dem Punkteschnitt pro Saison geordnet, liegen die SC Rapperswil-Jona Lakers (3,5) an erster Stelle, gefolgt von den SCL Tigers (2,83), dem Lausanne HC (2,6) und dem EHC Biel (2,54).
Berücksichtig man einzig die Clubs, die aktuell in der Liga antreten liegt der EHC Kloten mit 2,0 Punkten an der Spitze, gefolgt vom SC Langenthal (1,79), dem EHC Visp (1,69), dem HC La Chaux-de-Fonds (1,6), sowie Aufsteiger HC Ajoie und dem EHC Olten (1,33).
Lausanne HC führt nicht mehr bei Total-Punkten
Die Tabelle ist nach dem Punktetotal geordnet. Der HC La Chaux-de-Fonds sammelte nun am meisten Punkte, gefolgt vom Lausanne HC und dem EHC Visp.
Daniel Gerber
Rang
Team
Anzahl Saisons
Playoffs verpasst
Viertel-finals
Halb-finals
Finals
B-Meister
Playoff Punkte
Schnitt pro Saison
1
HC La Chaux-de-Fonds
25
3
11
4
7*
40
1,6
2
Lausanne HC
15
4
3
3
5
39
2,6
3
EHC Visp
22
1
12
4
3
2
37
1,69
4
EHC Olten
27
4
13
7
3
36
1,33
5
SC Langenthal
19
2
6
8
3
34
1,79
6
EHC Biel
13
3
4
2
4
33
2,54
7
HC Ajoie
24
6
8
8
2
32
1,33
8
GCK Lions
28
10
11
3
3*
26
0,93
9
HC Thurgau
26
9
13
5
23
0,89
10
HC Sierre
17
5
8
1
3
19
1,11
11
SCL Tigers
6
3
1
2
17
2,83
12
EHC Chur
12
4
4
2
2
16
1,33
13
SC Rapperswil-Jona Lakers
4
2
2
14
3,5
14
EHC Basel
10
4
4
2
12
1,2
15
Red Ice Martigny
14
5
6
3
12
0,85
16
SC Herisau
6
1
4
1
8
1,33
17
Servette HC
7
3
1
2
1
8
1,14
18
EHC Kloten
3
1
1
1
6
2
19
EVZ Academy
5
3
2
2
0,4
20
Forward Morges
1
1
1
1
21
EHC Winterthur
6
6
0
0
22
EHC Bülach
2
2
0
0
23
HC Luzern
2
2
0
0
24
Neuchatel Young Sprinters
2
2
0
0
25
Ticino Rockets
5
5
0
0
*1996 wurde kein Final ausgetragen: GC und La Chaux-de-Fonds trugen beide eine Drei-Team-Liga-Qualifikation mit dem Letzten der NLA (Lausanne HC) aus. Der HCC schaffte den Aufstieg.
2020 wurde aufgrund der Corona-Pandemie die Meisterschaft nach dem Viertelfinale abgebrochen.
Der
SC Langenthal holt den Titel nach 2012 und 2017 nun 2019 zum dritten Mal. Die
Facts zum erneuten Erfolg:
Final immer
gewonnen: Der
SC Langenthal stand zum dritten Mal im Finale – und gewann dieses zum dritten
Mal.
Erfolgreichstes
Team der Liga: Mit drei Titeln ist der SCL das erfolgreichste Team der
Liga: Der Lausanne HC (5 Playoff-Siege) und der EHC Biel (4) sind nicht mehr
dabei. Und der EHC Visp ist die einzige aktuelle Mannschaft, die den Titel
zweimal geholt hat. Ebenfalls auf zwei Swiss-League-Playoff-Titel kommen vier
nicht mehr in der Liga weilende Mannschaften, nämlich die SCL Tigers (1998 und
2015), der EHC Chur, die SC Rapperswil-Jona Lakers sowie der EHC Basel. Mit
drei Erfolgen ist aber der SCL jetzt die erfolgreichste Mannschaft der Liga.
Final immer
verloren:
Der HC La Chaux-de-Fonds erreichte das Finale zum bereits sechsten Male – doch
noch nie konnten die Romands den Titel gewinnen.
Das Baby ist
da:
Somit ist das von SCL-Trainer Per Hanberg angesprochene Baby da. Es trägt wie
in einem früheren Beitrag erwähnt, den Namen «Charakter».
Nur drei
Gegentore kassiert: Der SC Langenthal kassierte nur drei Gegentore
in der gesamten Serie. Sprich in 241:28 Minuten! Gleichzeitig erzielte das
Berner Team selbst elf Treffer.
Zweimal nach
Rückstand gewonnen: Der SC Langenthal geriet im ersten Spiel 1:2
in Rückstand und in spiel vier 0:1. Der SCL siegte also zweimal nach einem
Rückstand und zweimal in einem Spiel bei dem man nie in Rückstand geriet.
Drei
Torhüter, drei Trainer: Auf den Torhüter-Positionen und der Trainer-Position
holten jeweils drei verschiedene Akteure den Titel. Im Tor mit Marc Eichmann
(2012), Marco Mathis (2017) und Philip Wüthrich (2019). Dies mit drei
verschiedenen Trainern: Heinz Ehlers (2012), Jason O’Leary (2017) und nun mit
Per Hanberg (2019).
Kelly und
Campbell mit erneutem Titel: Auf den Ausländer-Positionen holten Brent
Kelly und Jeff Campbell den Titel je zum dritten Mal, Campbell in dieser Saison
verletzungsbedingt als Assistenztrainer. An seine Stelle auf dem Feld trat
Pascal Pelletier.
Der SC Langenthal gewinnt den Titel zum dritten Mal (Bild: zweiteliga.org).
Der
SC Langenthal lässt sich weiterhin nicht stoppen. Im 13. Playoff-Spiel holt der
den 10. Sieg. Die Facts zum Spiel:
Trainer macht Publikum heiss: Trainer Per Hanberg reisst mit ermutigenden Gesten das Publikum schon vor dem ersten Bully mit.
Doppelschlag in Schlusssekunden: Bis zur Schlussminute verteidigt der SCL den 1:0-Vorsprung aus der 16. Minute. Mit zwei Treffern 59 und 30 Sekunden vor Schluss ins leere Tor sichert sich der SCL den Sieg.
Hinten dicht: In den beiden Spielen zusammengerechnet, inklusive Verlängerung, hat La Chaux-de-Fonds erst zwei Tore in 121:18 Minuten erzielt. Also nicht einmal eines pro 60 Minuten.
Mehr Torchancen: Der SC Langenthal kreierte 34:31 Torchancen, obschon das Team während acht Minuten in Unterzahl antreten musste (gegenüber nur zwei von La Chaux-de-Fonds).
Blitzsieg möglich: Der erstarkte Tabellenvierte führt somit 2:0 in der Serie gegen den Qualifikationssieger. Noch zwei Siege fehlen zum Titel. Möglich dass dieser schon am Mittwoch gefeiert wird. Denn der HCC scheint kein Rezept gegen den SCL zu finden.
Aufwind mit Pelletier und Kelly: Seit Pascal Pelletier zum SCL gestossen ist, geht es mit dem Team aufwärts. Zunächst konnte sich die Mannschaft das Playoff-Heimrecht sichern, anschliessend wurden Kloten und Olten überrannt.
Mit drei Toren schiesst Robin
Leblanc den SC Langenthal zum Break und sorgt dafür, dass das Team von Trainer
Per Hanberg nun über zwei Matchpucks verfügt. Der HC Thurgau seinerseits ist
nach dem 1:6 in La Chaux-de-Fonds nun in den Ferien. Die Ostschweizer haben
sich jedoch wacker geschlagen, sie gehörten zu den vier letzten noch spielenden
Teams. Ein paar Facts zur Runde:
Der Hattrick: Robin Leblanc sorgt mit drei Treffern für den SCL beim 4:1-Sieg beim EHC
Olten für den wichtigen Ausärtssieg.
Geschichte schreiben: Der SC Langenthal könnte Geschichte schreiben. Bisher verlor er
sämtliche Playoff-Serien gegen Olten: 2010 mit 3:4, 2013 mit 2:4 und 2018 mit
1:4.
Sieg gestohlen: Beim Break in Olten ha der SCL den Sieg gestohlen. Bei einem Schussverhältnis
von 16:30 aus SCL-Sicht handelt es sich um einen offiziellen «Stolen Win».
Zweimal 1:0 verspielt: Sowohl Olten wie auch Thurgau gehen beide im Startdrittel in Führung –
verlieren dann aber ihre Duelle.
In Top vier: Der HC Thurgau gab vor einiger Zeit bekannt, sich in die Top 4
vorarbeiten zu wollen. Dies ist mit der Halbfinal-Qualifikation nun erstmals
gelungen, auch wenn diese nun Endstation bedeutete.
Mieville sorgt für Wende: Alain Mieville liefert die beiden ersten Tore für den HC La
Chaux-de-Fonds und leitet damit die Wende ein, die ins Finale führt.
Dreimal trifft Lukas Haas für den
EHC Olten. Damit entscheidet der langjährige SCL-Tigers-Stürmer den Match
zugunsten des EHCO. Ausgerechnet er. Lukas Haas ist der einzige Profi im
Schweizer Eishockey, der ursprünglich Bauer gelernt hat.
Und im Laufe des Spiels sangen
die Olten-Fans mehrfach: «Es Bure-Büebli mani nid …» Dieser Gesang wird vom
Anhang des Teams aus der Dreitannenstadt gern gesungen, wenn der SCL zu Gast
ist. Ein paar Facts zur Runde:
Bauer trifft: Ausgerechnet kurz nach den «Es Bure-Büebli mani nid …» Gesängen der
Oltner trifft der einzige Bauer im Schweizer-Proif-Hockey zum 4:2 und erzielt
damit das Game-Winning-Goal.
Mit 3 gegen 5 zum 3:5: Mit fünf gegen fünf Spieler ist der SC Langenthal das bessere Team. Also
stellt sich Olten etwas cleverer an und spielt mehrfach mit fünf gegen drei
Spieler. Der EHCO schiesst dabei vier Tore im Power-Play, davon drei in
doppelter Überzahl.
Sieg gestohlen: 36:20 Schüsse aus SCL-Sicht. Somit ist der Sieg des EHCO ganz offiziell
gestohlen («Stolen Win»).
14:7-Siege: Der EHC Olten und der SC Langenthal bestritten bislang 21 Playoff
Spiele. Die Bilanz: 14:7-Siege für Olten. Und in den Serien: Einmal 4:3, einmal
4:2, einmal 4:1 und nun ein 2:1 Vorsprung – doch der SCL kann noch immer
erstmals eine Serie gegen den EHCO gewinnen.
Thurgau wieder nahe dran: Im zweiten Auswärtsspiel hätte der HC Thurgau fast das Break geschafft.
Der HC La Chaux-de-Fonds konnte den Heimsieg erneut erst in der Over-Time
realisieren.
HCT führt eigentlich: Werden die Resultate nicht nach Siegen sondern nach Punkten bewertet,
liegt der HCT mit 5:4 Punkten in der Serie vorne.
5 von 6 Spielen mit 1 Tor Unterschied: Nach drei Halbfinal-Runden endeten fünf der sechs Spiele in den beiden
Serien mit einem Tor Differenz – erst ein Spiel (3. Runde, 5:3 zwischen Olten
und Langenthal) endete mit zwei Toren Unterschied; der Treffer viel drei
Sekunden von Schluss.
EHC Olten beim Einmarsch ins Stadion Kleinholz (Bild: zweiteliga.org).
Diego
Schwarzenbach und Bryce Gervais bringen den EHC Olten bis zur 14. Minute gegen
den SC Langenthal mit 2:0 in Führung. Das Berner Team kommt zwar in der 47.
Minute durch Nico Dünner noch zum Anschluss, mehr aber nicht. Somit liegt der
EHC Olten in der Serie bereits mit 1:0 vorne.
Somit
geht die Playoff-Negativ-Serie des SCL gegen den EHCO weiter. Denn ab inklusive
dem 2:0-Erfolg des Teams aus der Dreitannenstadt im siebten Spiel im
Viertelfinale anno 2010 standen sich die beiden Derby-Gegner 13mal in einer
Playoff-Partie gegenüber. 10mal ging Olten nun als Sieger vom Eis. Und die
Playoff-Gesamtbilanz lautet inklusive der nun laufenden Serie: 13:6 Siege für
Olten. 2010: 4:3 Siege. 2013: 4:2 Siege. 2018: 4:1 Siege. Und 2019: 1:0 Siege.
Langenthal
kann noch Geschichte schreiben und sich erstmals in einer Playoff-Serie gegen
den Erz-Rivalen durchsetzen, dazu aber muss mindestens ein Sieg in Olten
realisiert werden.
Thurgau weiterhin keck
Eng wurde es für den Qualifikationssieger HC La Chaux-de-Fonds: Zweimal führt der HC Thurgau nach Treffern von Lars Frei und Michael Loosli. Erst in der 56. Minute gelingt den Romands der Ausgleich durch Samuel Grezet. In der Verlängerung trifft schliesslich Timothy Coffman in der 68. Minute zum 4:3-Erfolg für die Westschweizer.
Das Stadion Kleinholz des EHC Olten (Bild: zweiteliga.org).
Einen
einzelnen Meister-Favoriten auszumachen ist schwierig: Nach 44 Runden liegt die
Top-5 nur sieben Zähler auseinander. Alle 1,4 Punkte liegt somit eine
Mannschaft. Die ersten fünf Teams liegen mehr oder weniger auf Augenhöhe.
In
einer – nicht ganz ungewagten – Prognose sieht «zweiteliga.org» den EHC Kloten vorne mit dabei. Geschuldet durch
einen erstaunlichen Anfängerfehler starteten die Zürcher mit nur einem
ausländischen Feldspieler, die zweite Ausländerlizenz wurde an Bernhard Starkbaum
vergeben. Anfängerfehler deshalb, weil es ein Swiss-League-Grundgesetz ist,
dass wer um den Titel (oder Aufstieg) mitspielen will, hinten einen starken
Schweizer-Goalie benötigt und vorne zwei Ausländer, die schlicht und ergreifend
knipsen (natürlich neben den Grundgegebenheiten wie starke Schweizer Stürmer
und Verteidiger und ein ausgereiftes System). Der österreichische Keeper wusste
aber nie zu überzeugen (Fangquote 89,15 Prozent). Vorne wurden zu wenig Treffer
erzielt und hinten lotterte die Equipe. Das Resultat: In den ersten 19 Spielen
wurden nur 30 Punkte eingefahren (1,57 im Schnitt). Kloten lag auf Rang sechs
und hat kein Spiel gegen ein Top-5-Team gewonnen (0:21 Punkte!). Dann wurde
Goalie Joren van Pottelberghe geholt. Statistisch ist der 21-Jährige einer der
drei besten Torhüter der Swiss-League. Zudem wurden ausländische Verstärkungen
geholt. Das Resultat seit der Fehler-Korrektur: 25 Spiele und 53 Punkte was
2,12 Zähler im Schnitt ergibt. Hochgerechnet auf 44 Spiele ergibt etwas mehr
als 93 Punkte. Damit hätte Kloten die Qualifikation gewonnen und die
Top-5-Teams alle einen, bis zwei Zähler weniger. Behält Kloten die Performance
seit der Korrektur bei, ist die Mannschaft durchaus ein Titel-Favorit.
Zu tun bekommt es Kloten mit dem SC Langenthal. Der SCL ist das Team mit der besten Formkurve: Zehn der letzten elf Spiele wurden gewonnen. Zuvor waren etliche Spieler länger verletzt; Top-Stürmer Jeff Campbell sogar schon die ganze Saison. Dennoch formte Trainer Per Hanberg rechtzeitig zum Playoff-Start eine starke Equipe. Es ist nicht auszuschliessen, dass die Mannschaft, welche dieses Viertelfinale gewinnt, auch ein grosses Wort um den «Chübel» mitspricht. Längere Zeit fehlte dem Team ein durchschlagkräftiges Ausländer-Duo. Mit Pascal Pelletier neben Brent Kelly gewann die Offensive an Fahrt, wobei die beiden gegen die grossen Gegner zuletzt eher marginal skorten. In der Qualifikation gewann der SCL drei von vier Direktduellen (in chronologischer Folge: 5:4, 4:1, 0:1 und 4:1). Allerdings: Seit der Klotner-Fehlerkorrektur lautet das direkte Verhältnis 1:1. Zudem gewann der SCL letzte Saison fünf der damals sieben Quali-Begegnungen mit Olten. Doch als es hart auf hart kam im Playoff-Halbfinale und die Ausländerpunkte nicht mehr kamen setzte sich der EHCO mit 4:1-Siegen durch. Die Frage ist somit, welcher SCL nun im Viertelfinale steht. Nach der Performance in den letzten drei Spielen gegen Olten, Kloten und Ajoie (der vorgezogenen Playoff-Hauptprobe) kann auch der SCL sehr weit kommen. In Betracht auf Form und Umstände ist diese Begegnung eine Art vorgezogenes Finale.
Der
EHC Olten konnte bis zuletzt vom
Qualifikationssieg träumen. Erst in der letzten Runde platzte der Traum, der
Rückstand auf Rang eins betrug nur drei Zähler. In der Offensive ist der EHCO
mit 183 Treffern das Mass aller Dinge. Und hinten kassierte Olten 118 Gegentreffer
– nur Ajoie (94) und Thurgau (104) erhielt deutlich weniger Gegentore. Die
anderen Top-Teams liegen mit 112 (HCC und Visp) sowie Langenthal (113) in der
genau gleichen Kategorie.
Qualisieger
HC La Chaux-de-Fonds in dieser
Saison voraussichtlich nicht «zu welsch» für den Titel: Nicht weniger als neun
Spieler im Kader sind Deutschschweizer, darunter einer der Captains (beim HCC
teilen sich mehrere Spieler das Amt). Der HCC verfügt zudem über die drittbeste
Abwehr der Liga.
Meisterschaften
gewinnt man – nicht immer, aber meistens – in der Defensive. Und hier ist der HC Ajoie mit 94 erhaltenen Gegentreffern
der Branchenleader der Liga. Mit Rang zwei und nur zwei Zählern Rückstand auf
Position eins nach 44 Runden darf auch mit den Jurassiern gerechnet werden.
Allerdings lebt der HCA seit Jahren stark von seiner ersten Linie. Sorgt diese
nicht für die Musik wird es für die Nordwestschweizer trotz der guten
Verteidigung schwierig.
In
dieser Saison dürfte es für den EHC Visp
schwierig werden, einen Exploit zu zeigen, wie damals gegen die SCL Tigers mit
dem Titelgewinn 2014. Auch wenn die Walliser in der Quali nur zwei Punkte (bei
zwei Siegen in der Verlängerung) an die Oltner abgegeben haben: Ähnlich war die
Foraussetzung für die Dreitannenstädter letzte Saison auch gegen Langenthal: In
der Quali mehrheitlich gegen den Playoff-(Halbfinal)-Gegner verloren, doch als
es um die Wurst ging, klar durchgesetzt.
Der
HC Thurgau liegt zwar nur auf Rang
sieben, doch die Mannschaft steigerte sich in den beiden letzten Monaten
markant. Gleich wie Ajoie verfügten die Ostschweizer über eine starke Abwehr (die
Nummer zwei der Liga). Wenn sich die beiden herausragenden Skorer der Jurassier
jedoch nicht entfalten können, ist der HCT nicht chancenlos.
Die
EVZ Academy zeigte bereits in der
letzten Saison, dass sie ein absolut unbequemer Gegner sein kann: Zweimal wurde
der spätere Aufsteiger, die SC Rapperswil-Jona Lakers, im Viertelfinale in die
Verlängerung gedrängt. So ganz ohne Ärger dürfte es wohl in dieser Saison auch
für den HCC nicht gehen.
Daniel Gerber
Der EHC Kloten Bus – fährt Kloten allen davon oder in die Ferien? Bild: zweiteliga.org
Der HC La Chaux-de-Fonds feiert sein
100-Jähriges Bestehen mit einer grossen Show, vor dem Duell gegen den SC
Langenthal. Vier geschichtsträchtige Musiker der Frankophonie geben sich die
Ehre, kombiniert mit Darbietungen mit Eiskunstlauf, Akrobatik und einer
Feuer-Show. Die Facts der Runde – mit einem HC La
Chaux-de-Fonds-Schwerpunkt:
100-Jahre
HCC: Der
HC La Chaux-de-Fonds ist einer der traditionsreichsten Clubs der beiden
Schweizer Profi-Ligen: Nur Genf-Servette (1905 gegründet), ist noch älter als
der 1918 gegründete HCC. Als drittes folgt der Lausanne HC, der auf das Jahr
1922 zurückgeht.
Grosser
Bahnhof:
Vier historisch grosse Namen der Chanson-Szene gaben sich vor dem Fight gegen den SC Langenthal die
Ehre: Pascal Danel mit «les neiges du Kilimanjaro», Pierre Groscolas mit «Lady
Lay», Jean-Pierre Mader mit «Macumba» und Tal mit den beiden Titeln «ADN» und «Le
temps qu’il faut». Flankiert wurden diese Darbietungen durch Tanz,
Eiskunstlauf, Akrobatik und einer Feuershow.
12
Meistertitel: Der HC La Chaux-de-Fonds feierte zwölf Meister-Titel.
Sechs in der NLA: 1968, 1969, 1970, 1971, 1972 und 1973 und sechs in der NLB
1951, 1955, 1959, 1965, 1995 und 2000.
Mieville’s
Ville: Alain
Mieville führt den HC La Chaux-de-Fonds zum 3:1-Sieg über den SC Langenthal.
Der HCC-Center bringt seine Mannschaft bis zur Spielmitte mit zwei Treffern in Front.
La Chaux-de-Fonds ist Mieville’s Ville.
GCK Lions wieder
über dem Strich: Die GCK Lions gewinnen auswärts bei den
Ticino Rockets gleich mit 4:0. Damit liegt das Team von Trainer Leo Schumacher
wieder über dem Strich.
Blitzwende:Der
HC Thurgau gewinnt gegen die EVZ Academy dank einer Blitzwende: Innerhalb von
27 Sekunden (49:46 bis 50:13) wenden die Ostschweizer einen 0:1-Rückstand in
einen 2:1-Triumph. Die jungen Zuger fallen somit unter den Strich.
Kloten
taucht in Olten: Der EHC Olten verleiht dem EHC Kloten
einen 5:2-Dämpfer und steht damit drei Runden vor Qualiende auf Rang zwei, die
Zürcher fallen auf Rang vier zurück.
Schlussspurt:In
der 47. Minute kassiert der HC Ajoie den 3:3-Ausgleich vom EHC Winterthur –
doch dann enteilen die Jurassier zu einem 6:3-Sieg (das Tor zum
vorentscheidenden 5:3 ist ein Treffer ins leere Gehäuse).
Und
dies ist das Team der Runde:
Ryan Hayes (GCK Lions)
Alain Mieville (HC La Chaux-de-Fonds)
Kenneth Ryan (HC Thurgau)
Jordane Hauert (HC Ajoie)
Simon Lüthi (EHC Olten)
Tim Wolf (HC La Chaux-de-Fonds)
100 Jahre Feier des HCC (Bild: zweiteliga.org).Pierre Groscolas singt “Lady Lay” bei der 100-Jahre-Feier das HC La Chaux-de-Fonds (Bild: zweiteliga.org).