Der Meistertitel ist Aaraus letzte Hoffnung

Ausgerechnet der Meistertitel ist derzeit eine der grössten Hoffnungen des FC Aarau. Sechs Punkte Rückstand drei Runden vor Schluss – wenn der FCA nächste Saison nicht in der Challenge League sondern in der Super League antreten will, muss der Ball deutlich für ihn und gegen den FC Vaduz rollen.

Und nun, in der drittletzten Runde, wartet Serien-Meister FC Basel. Am vergangenen Spieltag sind die Nordschweizer Meister geworden. Die letzte Hoffnung des FC Aarau ist nun, dass die Rheinstädter für den Moment satt sind.

Zwar lebt die Hoffnung noch und rechnerisch ist der Zug zwar noch nicht abgefahren, aber der Lokführer hat zumindest schon mal daran, die Hebel in Bewegung zu setzen. Denn wenn Vaduz seine statistische Punkteausbeute weiterzieht (rund ein Zähler pro Spiel), muss Aarau nicht «nur» sechs Punkte holen, sondern neun, da die Liechtensteiner noch mindestens noch drei einfahren dürften.

Daniel Gygax, hier noch im Dress der Nationalmannschaft (Bild: Wikipedia/Rolf Stauffer).
Daniel Gygax, hier noch im Dress der Nationalmannschaft (Bild: Wikipedia/Rolf Stauffer).

Winterthurs Auswärtspunkt hilft auch Chiasso

Der FC Winterthur holt beim FC Chiasso einen Punkt. Auch wenn die Tessiner noch gegen den Abstieg kämpfen, hilft ihnen der eine Zähler dennoch. Schlusslicht FC Biel rückt nicht näher, da auch die Seeländer am Wochenende nur einen Punkt geholt haben.

Drei Runden vor Schluss sind die fünf Punkte Vorsprung zwar noch keine Garantie zum Ligaerhalt. Doch die Ausgangslage verbessert sich für den FC Chiasso dennoch. Vor dieser Runde hätte der FC Biel noch 41 Punkte erreichen können. Jetzt sind es noch maximal 39. Chiasso hat bereits 35 Punkte erreicht – bis der Ligaerhalt auch mathematisch im Trockenen ist, sind also noch maximal vier Zähler von Nöten und nicht mehr sieben wie vor dieser Runde.

Seit sieben Spielen ist die Mannschaft des neuen FC Chiasso-Trainers Marco Schällibaum nun ungeschlagen. Die Serie in chronologischer Reihenfolge: 0:0 in Winterthur, 1:1 daheim gegen Servette, 1:1 daheim gegen Wil, 1:1 in Lausanne, 2:0 gegen Wohlen, 2:1 in Biel und nun erneut 0:0 gegen Winterthur.

 

Stadion Schützenwiese in Winterthur (Bild: Wikipedia/Töröl).
Stadion Schützenwiese in Winterthur (Bild: Wikipedia/Töröl).

Wichtiger Punkt für den FC Wil

Natürlich wären drei Punkte für den FC Wil essentiell gewesen. Mit sieben Punkten Vorsprung auf den Abstiegsrang wäre der Ligaerhalt nahezu gesichert gewesen – zumal neben Biel auch Le Mont noch hätte vorbeiziehen müssen.

Dennoch ist es ein gewonnener Punkt, nicht zwei verlorene. Bereits vor dem 1:1 gegen das aktuelle Schlusslicht Biel hätten die Seeländer auch bei einer Niederlage des FC Wil die Ostschweizer nicht aus eigener Kraft verdrängen können. Das Unentschieden in dieser Direktbegegnung hilft also dem FCW deutlich mehr als Biel.

Wil hat es nun erst recht in der Hand, den Ligaerhalt aus eigener Kraft zu packen. Den Biel muss, wenn es Wil noch abfangen will, nicht nur vier Punkte gut machen, sondern jeden, den die Ostschweizer noch holen – und das ist im Schnitt ein Zähler pro Partie. Wenn Biel noch zum FC Wil aufholen will, sind also rein rechnerisch noch sieben Punkte nötig, nicht «nur» vier.

 

Die Altstadt von Wil (Bild: Wikipedia/Manfred Morgner).
Die Altstadt von Wil (Bild: Wikipedia/Manfred Morgner).
Der FC Wil kann nach vorn blicken, der Ligaerhalt ist fast geschafft (Bild: Wikipedia/Manfred Morgner).
Der FC Wil kann nach vorn blicken, der Ligaerhalt ist fast geschafft (Bild: Wikipedia/Manfred Morgner).

Chiasso reicht ein Sieg – im Prinzip

Seit sechs Spieltagen ist der FC Chiasso ungeschlagen. Mit Marco Schällibaum als neuer Coach am Spielfeldrand verbesserten sich die Tessiner vom Abstiegsplatz (Rang 10) auf den fast schon sicheren 7. Platz.

Zwar stehen noch vier Spiele aus und Chiasso liegt «nur» fünf Punkte vom Abstiegsrang entfernt. Aber ein weiterer Sieg dürfte dennoch den Ligaerhalt nahezu sichern. Weil anschliessend noch drei Runden auszutragen sind, werden kaum noch drei Teams – die aktuell im Schnitt rund einen Punkt pro Runde holen – plötzlich allesamt an den Südschweizer vorbeiziehen.

Die Serie der Ungeschlagenheit des FC Chiasso: 0:0 in Winterthur, 1:1 daheim gegen Servette, 1:1 daheim gegen Wil, 1:1 in Lausanne, 2:0 gegen Wohlen und 2:1 in Biel. Das Team von Schällibaum hat somit mehr als die halbe Liga geschlagen.

Das Stadio Comunale in Chiasso (Bild: Wikipedia/Elvezio Rigamonti/CC-Lizenz).
Das Stadio Comunale in Chiasso (Bild: Wikipedia/Elvezio Rigamonti/CC-Lizenz).

FC Biel: Drei Säulen zum Ligaerhalt

Der FC Biel wechselt den Trainer. Die Seeländer versuchen alles, um die nächste Saison im neuen Stadion in der Challenge League in Angriff zu nehmen und nicht in der ersten 1. Liga starten zu müssen. Biel baut auf drei Säulen.

Der sportliche Erfolg. Noch sind vier Runden auszutragen, drei Zähler Rückstand sind auf den Tabellenvorletzten Le Mont zu verzeichnen, vier sind es auf den FC Wil (Rang 8). Biel hat zudem das bessere Torverhältnis als beide Teams. Mit einer guten Serie könnte Biel dies nahezu aus eigener Kraft schaffen, zumal gegen den FC Wil noch eine Direktbegegnung auf dem Programm steht.

Der Trainerwechsel. Patrick Rahmen und der Ex-Internationale Marco Walker ersetzen per sofort Coach Jean-Michel Aeby. Nach diesem Engagement soll Walker im Juni zurück zum FC Basel gehen, wo er im Trainerstab mitwirkt. Der langjährige FC Basel-Spieler Patrick Rahmen war zuletzt Co-Trainer beim Hamburger SV.

Der grüne Tisch. In der Challenge League müssen drei Clubs aus Lizenzgründen um ihre Ligazugehörigkeit zittern: Servette, Le Mont sowie Chiasso kämpfen am grünen Tisch um ihre Lizenz.

Das Gurzelen-Stadion in Biel (Bild: Wikipedia/Paul Morphy/CC-Lizenz).
Das Gurzelen-Stadion in Biel (Bild: Wikipedia/Paul Morphy/CC-Lizenz).

NLB-Athlet an der WM

Mit Maksims Sirokovs steht ein zweiter Spieler an der Weltmeisterschaft in Tschechien im Einsatz, der in der Schweiz in der NLB angetreten ist. Er kämpft mit Lettland derzeit um den Ligaerhalt.

Sirokovs bestritt mit Red Ice Martigny die beiden vergangenen Saisons. Der lettische Verteidiger trat dabei in der Qualifikation 85mal für Red Ice an. Für die Westschweizer konnte der Abwehrspieler nicht nur 29 Punkte erarbeiten sondern beide Male auch den Einzug in die Playoffs feiern, was für einen Fast-Liganeuling nicht selbstverständlich ist, die Mannschaft war erst ein Jahr vorher wieder aufgestiegen. In insgesamt fünf Playoff-Matches konnte er zwei weitere Punkte erkämpfen.

Für Lettland bestreitet er nun die Weltmeisterschaft in Tschechien. Mit seiner Mannschaft kämpft er um den Ligaerhalt. Neben Sirokovs tritt Kevin Hecquefeuille für Frankreich an, er spielte in der vergangenen Saison ebenfalls in der NLB, mit den SCL Tigers.

Spiel zwischen Lettland und den USA (Bild: Wikipedia/Homoatrox/CC-Lizenz).
Spiel zwischen Lettland und den USA (Bild: Wikipedia/Homoatrox/CC-Lizenz).

FC Aarau stolpert wohl über diese Rechnung

Auch wenn es nach einem Widerspruch klingt: Rechnerisch kann der FC Aarau den neunten Rang nicht mehr erreichen – wenn die Gesetzmässigkeit der Punkteausbeute miteinbezogen wird.

Natürlich: Vier Runden vor Schluss kann der FC Aarau eine Siegesserie starten und noch zwölf Punkte einfahren. Dann kommt er auf 36 Punkte, gleichviel wie GC aktuell auf dem Konto hat. Zwar werden die Zürcher kaum null Punkte ergattern, Rang 8 ist folglich nur noch in der Theorie möglich.

Mit zwölf Punkten könnte aber Vaduz wohl noch abgefangen werden.

Nun aber die Rechnung, über die der FC Aarau wohl stolpern dürfte: Der FC Vaduz erkämpfte in den bisherigen 32 Meisterschaftsspielen 30 Zähler, pro Runde also 0,9375. In aller Regel ziehen Clubs sowohl im Spitzen-Fussball wie auch im Spitzen-Eishockey einen solchen Schnitt ab einem bestimmten Punkt (ca. Runde 15 bis 20) mit. Somit kommt Vaduz zum Schluss auf rund 34 Punkte.

Somit müsste der FC Aarau nun also mindestens zehn Punkte holen, um Vaduz abzufangen – und nicht sechs. Kommt dazu, dass Aarau bisher nur 0,75 Punkte pro Match geholt hat und nun aber 2,5 pro Spiel gewinnen müsste, also drei Siege und ein Unentschieden. Die Punkteausbeute pro Match müsste also mehr als verdreifacht werden.

Mathematisch gesehen ist also eine Challenge-League-Saison des FC Aarau zu vermuten.

Das Stadion Brügglifeld in Aarau (Bild: Wikipedia/Patrick Haller/CC-Lizenz).
Das Stadion Brügglifeld in Aarau (Bild: Wikipedia/Patrick Haller/CC-Lizenz).

Peter Regin wechselt in die KHL

Jokerit Helsinki meldet einen prominenten Zuzug. Peter Regin unterschreibt einen Zweijahresvertrag bei den Finnen, die vor kurzem ihre erste Saison in der KHL beendeten.

Der dänische Center spielte zuletzt sieben Saisons in Nordamerika, zunächst bei den Ottawa Senators, anschliessend bei den New York Islanders und zuletzt bei den Chicago Blackhawks.

Peter Regin wechselt zu Jokerit Helsinki in die KHL (Bild: Wikipedia/Hans Lindqvist/CC-Lizenz).
Peter Regin wechselt zu Jokerit Helsinki in die KHL (Bild: Wikipedia/Hans Lindqvist/CC-Lizenz).

Regin spielte auch regelmässig für die dänische Nationalmannschaft, mit der er bisher sechs Weltmeisterschaften bestritten hat.

FC Lugano vor dem Aufstieg

Weil weder Servette noch Wohlen eine Super-League-Lizenz erhalten haben, steht der FC Lugano bereits als Aufsteiger fest – denn Servette muss derzeit gar um die Lizenz für die zweithöchste Spielklasse zittern.

Selbst wenn die Tessiner noch auf Rang drei abrutschen sollten, ist ihnen die Promotion kaum mehr zu nehmen.

Denn wenn der Tabellenerste der Challenge League nicht aufsteigen kann, rutscht der Zweitplatzierte nach. Sollte auch der über keine Super-League-Lizenz des Fussball-Verbandes verfügen, verschiebt sich das Ganze nach hinten. In der Challenge League haben einzig Lugano (Rang 2) und Lausanne (Rang 5) eine Super League Lizenz erhalten. Lausanne kann aber mit 22 Punkten Rückstand nicht mehr zum FC Lugano aufschliessen.

In der Challenge League stehen Servette (Rang 1), Le Mont (Rang 8) sowie Chiasso (Rang 9) ohne Lizenz da. Allfällige Rekurse werden in zweiter Instanz behandelt, kommuniziert würden die Entscheide am 1. Juni.

Das Cornaredo-Stadion des FC Lugano (Bild: Wikipedia/Kohlemat/CC-Lizenz).
Das Cornaredo-Stadion des FC Lugano (Bild: Wikipedia/Kohlemat/CC-Lizenz).

NLB-Star an der WM in Prag

In Frankreichs Nationalmannschaft steht ein Athlet, der in der Nationalliga B eine prägende Rolle innehatte: Kevin Hecquefeuille. Mit den SCL Tigers gelang ihm in der Saison 2014/15 mit dem Team der Aufstieg in die NLA.

Bereits während der Qualifikation war der Verteidiger eine tragende Säule im Spiel der Emmentaler: In 31 Spielen lieferte er 26 Skorerpunkte. Und in den Playoffs kam er nahezu auf einen Schnitt von einem Zähler pro Partie (19 Matches, 18 Punkte). Nicht zu bremsen war der Franzose im siebten und entscheidenden Playoff-Finalmatch gegen den EHC Olten. Beim 5:2-Sieg über die Dreitannenstädter lieferte er drei Tore und zwei Assist – und war damit an jedem Treffer beteiligt.

In den vier Matches der Liga-Qualifikation gegen die Rapperswil-Jona-Lakers steuerte er drei weitere Punkte bei.

Nun ist Kevin Hecquefeuille an der Weltmeisterschaft in Prag im Einsatz. Nicht zum ersten Mal bestreitet der 31-Jährige Abwehrspieler eine WM, bislang bestritt er 40 WM-Spiele (6 Tore, 9 Assists) in der höchsten Klasse und 15mal trat er mit Frankreich in der Division 1A (4 Tore, 2 Assists, früher «B-WM») an.

An der WM in Tschechien hat er bisher ein Tor und einen Assist zu zwei der bislang fünf Toren der Franzosen beigetragen.

Kevin Hecquefeuille während einer früheren WM (Bild: Wikipedia/Jice38/CC-Lizenz).
Kevin Hecquefeuille während einer früheren WM (Bild: Wikipedia/Jice38/CC-Lizenz).