Gleich vier hochkarätige Leckerbissen zwischen den beiden höchsten Ligen warten zum Auftakt des DFB-Pokals, so etwa Bielefeld gegen Berlin. Bielefeld zählt rund 330‘000 Einwohner und Berlin 3,47 Millionen, doch die beiden trennt fussballerisch nur eine Liga.
Die Matches zwischen der 1. und 2. Bundesliga im Überblick: Im Nordrhein-Westfalen-Derby misst sich der MSV Duisburg mit Schalke 04, eine wohl spannungsgeladene Partie darf zu erwarten sein. Ebenfalls packend dürfte der Vergleich zwischen 1860 München sowie dem Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim sein.
Arminia Bielefeld fordert mit Hertha Berlin die Hauptstädter und der FC St. Pauli will Borussia Mönchengladbach das Fürchten lehren.
Vier Mal werden Teams aus der obersten Spielklasse von Clubs aus der 2. Bundesliga gefordert. Die erste Hauptrunde des Pokals steht vom 7. bis 10. August auf dem Programm, die erwähnten Begegnungen gehen am 8. (Duisburg und Schalke und München gegen Hoffenheim) und 10. August (Bielefeld gegen Berlin und St. Pauli gegen Mönchengladbach) über die Bühne.
Arminia Bielefeld stieg 2015 in die 2. Bundesliga auf (Bild: Wikipedia/Andy1982).
In einer fesselnden 9-Tore-Show errang Lausanne Sport zum Auftakt in die Challenge League Saison einen 5:4-Triumph über den FC Biel. Einer stach dabei besonders hervor: Lausannes Mittelfeldspieler Alexandre Pasche. Eigentlich schien das Spiel längst verloren. 0:3 lagen die Waadtländer gegen die Seeländer zurück. Dann traf Pasche zum 1:3-Anschluss. Doch 10 Minuten später, in der 75. Minute, lag der FC Lausanne erneut mit drei Toren zurück: 1:4. Nach einem Doppelschlag waren die Westschweizer plötzlich wieder da. Und in der 84. Minute schoss Pasche den Ausgleich zum 4:4. Damit nicht genug: Eine Minute vor Schluss fiel sogar der Siegtreffer für Lausanne.
Pasche legte mit seinen beiden Toren zum 1:4 und 4:4 den Grundstein für den spektakulären Erfolg seines Teams. Die neun Tore ereigneten sich übrigens innerhalb von 35 Minuten, der Halbzeitstand lautete 0:0.
Den bisher einzigen Auswärtssieg der Saison gelang dem FC Wil, der den raschmöglichsten Aufstieg in die Super League anstrebt. Gegen den ebenfalls als stark einzustufenden FC Winterthur siegten die Ostschweizer nach einer 1:0-Führung mit 2:1.
Der FC Schaffhausen bezwingt zudem Aufsteiger Xamax mit 2:1 und Le Mont und Chiasso trennen sich 1:1-Unentschieden.
Für die GCK Lions ändert sich einiges: Mit dem EHC Winterthur und den SC Rapperswil-Jona-Lakers spielen nächste Saison fast aus dem Nichts heraus zwei Clubs in nächster Nähe. Zweiteliga.org sprach mit Hans Peter Rathgeb, Medienbetreuer der GCK Lions über die neue Ausgangslage.
Hans Peter Rathgeb, auf einen Schlag zwei zusätzliche Derbys – kommt jetzt die Stunde der GCK Lions?
Wir erhofften uns schon lange, dass der EHC Winterthur raufkommt. Das erste Spiel in der neuen Saison tragen wir daheim gegen Visp aus. Am Samstag folgt Winterthur auswärts und am Dienstag steht das Auswärtsspiel in Rapperswil auf dem Programm. Also alles in der Nähe. Ein wichtiger Faktor für uns ist, dass es während drei Jahren keinen Absteiger gibt, man muss keine Sprünge machen um mitzuhalten. Vor einem Jahr hatten wir 13 Punkte Rückstand auf den Playoff-Platz. In der letzten Saison waren wir Punktegleich. In den Schlussminuten entschied ein einziges Tor gegen uns.
Wie sieht der Kader der nächsten Saison aus?
Mit einem Durchschnittsalter von 20,15 Jahren startete das Kader des NLB-Teams der GCK Lions Anfang Mai das Sommertraining. Dies ist das jüngste Kader, das es je gab in der zweithöchsten Spielklasse. 13 der 26 Kaderspieler werden bei Saisonbeginn Anfang September noch nicht 20 Jahre alt sein. Weitere acht sind noch nicht 21 und weitere drei noch nicht 22. Nur die beiden Ausländer, der neue Teamleader und Captain Tim Ulmann – mit Jahrgang 1987 – und Verteidiger Florian Schmuckli – mit 1993 – sind darüber. Erstmals holten wir auch zwei junge Ausländer, beide sind 25 Jahre alt. Auch sie können sich für die NLA aufdrängen.
Was ist von der nächsten Saison zu erwarten?
Jetzt sind zehn Teams in der Liga, man muss also zwei Clubs hinter sich lassen. Das ist unser Mindestziel. Das wichtigste aber ist, dass die Spieler weitergebracht werden. Sportlich sind wir nahe dran, viele Spiele haben wir nur mit einem Tor Unterschied verloren. Der Hauptmangel liegt im Abschluss, da fehlt der letzte Zwick, dies Aufgrund der Erfahrung.
Viele Stars stammen aus den Reihen der GCK Lions, welche Spieler muss man sich in dieser Saison merken – wie in den letzten Jahren beispielsweise Dennis Malgin und Jonas Siegenthaler?
Bei den jungen Spielern wird dies im Laufe der Saison ersichtlich. Mit Tim Ulmann kehrt ein ehemaliger Spieler aus der Lions Organisation zurück. Mit seinen erst 27 Jahren ist aber auch er noch nicht am Ziel seiner Karriere. Auch er hat noch immer die NLA im Visier. Tim hat bisher 257 Spiele in der NLB absolviert, davon 215 bei den GCK Lions und 84 in der NLA. Insgesamt hat er bisher in der National League 51 Tore, 74 Assists und 125 Scorerpunkte erzielt.
Hans Peter Rathgeb, Medienbetreuer der GCK Lions (Bild: zVg).
«Für den FC Wil geht es um alles oder nichts!» Mit diesen dramatischen Worten kommentiert das «St. Galler» das Anrühren mit grosser – für die Challenge League goldener – Kelle durch den türkischen Investors «MNG». Santos, Ramos und Korkmaz blicken auf Erfahrung im Nationalteam mit Brasilien, Kap Verde und der Türkei.
Aufstieg in die Super League dann vordringen in den europäischen Fussball: Niemand wird dem FC Wil in nächster Zeit vorwerfen können, es seien keine Ziele vorhanden. In wenigen Tagen folgt der Anpfiff in die neue Saison, diese Athleten sollen das Punktekonto des FCW füllen:
André Santos (32), spielte unter anderem beim FC Arsenal und bestritt 24 Länderspiele mit Brasilien.
Egemen Korkmaz (32), wechselt von Fenerbahce Istanbul, wo auch Santos gespielt hatte, zum FC Wil. Er spielte neun Länderspiele für die Türkei.
Guy Ramos (29), Kap Verde, kommt von Roda Kerkrade – er spielte 14 Mal für das Nationalteam, unter anderem bestritt der den Afrika Cup 2013.
Mert Nobre schoss in der türkischen Süper Lig mehr als 100 Tore, er stösst von Kayserispor zum FC Wil. Er wurde dreimal türkischer Meister und einmal brasilianischer, mit Cruzeiro.
Daneben wurden junge Talente geholt, so etwa Endogan Adili (21) der auf 24 Super-League-Einsätze bei Basel und GC blickt, er kommt von Galatasaray Istanbul. Ebenfalls zum Team stösst unter anderem Kagan Söylemezgiller der in Stuttgart aufgewachsen ist und zuletzt in der Türkei spielte. Keeper Patrick Drewes war dritter Torhüter beim VfL Wolfsburg.
So oder so – der FC Wil sorgt für einen der wohl spannendsten Starts in die Challenge League, zumal mit dem FC Aarau ein Team da ist, das lieber heute als morgen wieder in der Super League spielt.
Heute wird der FC Wil sein Kader bekannt geben. Bereits jetzt ist klar, dass André Santos Aushängeschild des Klubs wird. Ein ambitionierter FC Wil sorgt für Spannung in der Challenge League – schon vor dem ersten Spieltag.
Ein Teil der Fussball-Schweiz beobachtet die Übernahme der Aktien-Mehrheit – laut «Blick» sollen die 60 Prozent sechs Millionen gekostet haben – durch die türkische MNG-Gruppe mit Argwohn. Nicht zuletzt weil bei Xamax wie auch dem FC Wil, zweimal ausländische Investoren von grossen internationalen Erfolgen sprachen und wenig später einzig der Bankrott blieb.
Auch jetzt wird von Aufstieg und Cupsieg gesprochen. Bereits vor wenigen Wochen war vom europäischen Erfolgen die Rede. So wurde beispielsweise im «Tages-Anzeiger» kritisch beleuchtet, dass von «sehr schnell sehr viel Erfolg» gesprochen wird.
Das Modell dürfte jedoch eher Chancen haben, als die angesprochenen Pleiten. Erstens sind mit der MNG-Gruppe aus der Türkei Ross und Reiter wesentlich greifbarer als dies bei früheren Investoren der Fall war. Zweitens ist für diesen Investor langfristig ein «MNG» auf der Brust in der Euro League durchaus von Interesse, da der Auslandmarkt von MNG wächst.
Zum Kader, das den Aufwärtskurs anstrebt, gehört André Santos, der pro Jahr mehr als 300‘000 Franken verdienen soll. Santos spielte einst für den FC Arsenal, Fenerbahce Istanbul und Flamengo. Zudem bestritt der Aussenverteidiger 24 Matches für die brasilianische Fussball-Nationalmannschaft.
Zudem sind zwei Nachwuchshoffnungen von Galatasaray Istanbul nach Wil transferiert worden, Ontivero (20) und Kaan Baysal (19).
Das Startprogramm des FC Wil ist happig: Zunächst wartet das Auswärtsspiel beim FC Winterthur, am zweiten Spieltag müssen die Ostschweizer gegen den FC Aarau ran, der zurück in die Super League will und in der dritten Runde geht’s zum Liga-Neuling Xamax, der an alte Zeiten anknüpfen will.
André Santos spielt bald für den FC Wil (Bild: Wikipedia/Ronnie Macdonald).
Der Kanadier Evan McGrath (29) wechselt zum HC Thurgau. Zuletzt trat McGrath in der zweihöchsten Spielklasse Schwedens an. Für Oskarshamn und Västeras bestritt er 219 Matches, schoss 65 Tore und lieferte 93 Assists. Mit Frölunda spielte er zudem eine Saison beim dreifachen Meister Schwedens in der höchsten Liga.
Darüber hinaus trat McGrath in 284 AHL-Matches an, meist bei Grand Rapids Griffins sowie kurz für Syracuse Crunch (AHL-Total: 53 Tore, 68 Assists).
Evan McGrath unterzeichnet beim HC Thurgau einen Einjahresvertrag, gemeinsam mit Derek Damon bildet er das Ausländerduo der Ostschweizer.
Evan McGrath wechselt zum HC Thurgau (Bild: Wikipedia/Calle Eklund).
Von den aktuellen 18 Teams der zweiten Bundesliga ist Greuther Führt die Nummer 1. 1386 Punkte sammelte die Mannschaft in total 26 Jahren Liga-Zugehörigkeit. Nur Alemannia Achen holte noch mehr Zähler, spielt aber derzeit nicht in dieser Liga. Das zweitbeste Team der gegenwärtigen zweiten Bundesliga ist der FC St. Pauli. Auf Gesamtrang sechs liegend, kommt das Team auf 1230 Punkte in 23 Jahren. Es folgen Freiburg (7), Karlsruher SC (8), Duisburg (14) und 1860 München (15).
Auf der hintersten Position der gegenwärtigen Clubs der Liga liegt der 1. FC Heidenheim auf Rang 105. Das Team bestritt bislang eine Saison in dieser Liga, 17 Teams hatte dieser Verein aber in dieser einen Spielzeit bereits überholt. Zwei Plätze weitervorn, auf 103, liegt RB Leipzig, ebenfalls mit einer Saison in der zweiten Bundesliga, aber mit etwas mehr Punkten.
Diverse Mannschaften der zweithöchsten Liga spielten bereits in der Bundesliga, am erfolgreichsten war bisher der 1. FC Kaiserslautern. 44 Saison war dieser Club bislang erstklassig, 2094 Punkte wurden in dieser Zeit eingefahren, der Verein liegt auf Rang 10 der «ewigen» Bundesliga-Tabelle. Dahinter folgen in der Tabelle des Oberhauses folgende aktuelle 2.-Ligisten: VfL Bochum (13), 1. FC Nürnberg (14), MSV Duisburg (15) und der Karlsruher SC.
Das Stadion am Laubenweg von Greuther Fürth (Bild: Wikipedia/Markus Unger).
An der kommenden Fussball-Europameisterschaft dürfte Island brillieren, dies mit Birkir Bjarnson (27). Laut «Blick» steht nun der FC Basel kurz davor, den Mittelfeldspieler zu verpflichten. Zuletzt spielte Bjarnson in Italien, zunächst bei Sampdoria Genua in der Seria A und zuletzt bei Pescara Calcio in der Serie B.
Mit Island zeigt er derzeit einen beachtlichen Höhenflug: Die Mannschaft führt die Tabelle klar und deutlich an, unter anderem wurde die Türkei 3:0 besiegt, die Niederlande 2:0 und Tschechien 2:1. Wie bei Bjarnson ist den isländischen Spielern eigen, dass sie in grossen Ligen in Europa spielen und dadurch das nötige Know-how in die Nationalmannschaft hinein tragen.
Seit der Saison 2012/13 wird die Challenge League mit jeweils zehn Teams ausgetragen. In dieser Zeit weilten 14 verschiedene Clubs in der Liga. Anbei die Gesamttabelle seit der Reduktion auf zehn Mannschaften.
Rang
Team
Spiele
Siege
Remis
Lost
Tore
Punkte
1.
Lugano
108
52
26
30
171:127
182
2.
Winterthur
108
45
22
41
171:142
157
3.
Wil
108
42
25
41
180:173
151
4.
Wohlen
108
36
27
45
143:168
135
5.
Servette
72
38
14
20
100 :98
128
6.
Chiasso
108
29
32
47
107 :152
119
7.
Biel
108
29
30
49
154 :179
117
8.
Vaduz
72
31
17
24
112 :86
110
9.
Schaffhausen
72
31
16
25
112 :94
109
10.
Aarau
36
24
6
6
76 :41
78
11.
Bellinzona
36
21
8
7
62 :37
64
12.
Locarno
72
10
20
42
63 :138
50
13.
Lausanne
36
12
8
16
47 :57
44
14.
Le Mont
36
10
9
17
39 :56
39
Bellinzona wurde aus wirtschaftlichen Gründen 2013 zwangsrelegiert.
Servette wurde 2015 aus wirtschaftlichen Gründen zwangsrelegiert.
Gianluca Zambrotta spielte zuletzte beim FC Chiasso in der Challenge League (Bild: Wikipedia/Ludovic Peron).
Die Auslosung im Schweizer Cup ist über die Bühne gegangen, somit kennen auch die Vertreter der Challenge League ihre Gegner. Ein Wiedersehen gibt es für Xamax, der Aufsteiger aus der Promotion League trifft auf den bisherigen Liga-Konkurrenten SC Brühl.
Dazu kommen zwei Duelle zwischen der Westschweiz und dem Tessin: Lausanne Sport reist zum FC Ticino (3. Liga) und Chiasso fährt zu Stade Nyonnais (Promotion League). In der Deutschschweiz duellieren sich Wohlen mit Küsnacht (2. Liga), Schaffhausen mit den Old Boys Basel (Promotion League) und Super-League-Absteiger Aarau mit FC United Zürich (1. Liga).
In den übrigen vier Cup-Fights steht die Westschweiz der Deutschschweiz gegenüber, mit Wil gegen Bavois (1. Liga), Le Mont gegen SC Buochs (1. Liga), Winterthur gegen Delémont (1. Liga) und Biel gegen Grand Sacconex (2. Liga).
Diese Spiele werden am 15. und 16. August 2015 ausgetragen.
Spielt diese Saison ein Challenge-League-Team im Cup-Final? Dieser fand 2015 in Basel statt (Bild: Wikipedia/Luca-bs).