Köniz führt GC vor

Der Schweizer Cup hat seine erste dicke Überraschung: Der FC Köniz, Leader der 1. Liga Promotion, bezwingt Rekord-Schweizermeister GC mit 3:1 Toren. Mangels Vergleichsalternativen sei es so dargestellt: Wenn Köniz das Zürcher-Team GC schlägt, ist das etwa so, wie wenn … König GC schlägt. Und so qualifiziert sich das 1933 gegründete Team aus Köniz für den Cup-Achtelfinal.

Was leicht vergessen gehen kann: Köniz ist nicht irgendwo im nirgendwo, sondern die aufstrebende, zwölftgrösste Stadt der Schweiz mit rund 40‘000 Einwohnern. Das ins mehr Menschen als beispielsweise in Freiburg, Schaffhausen, Neuenburg, Sion oder Zug. Das einzige «Problem» von Köniz ist, dass Bern, Biel und Thun im Kanton Bern eben noch grösser sind.

Sportlich aber drehte die Mannschaft zuletzt auf, mit Carlos Varela, Miguel Portillo oder Ex-Basel Star Jean-Michel Tchouga wechselten in den letzten Jahren namhafte Athleten zum FC Köniz.

Köniz triumphiert, GC wird daheim in dieser Saison keine Cup-Spiele mehr zeigen (Bild: Wikipedia/Nicholas B).
Köniz triumphiert, GC wird daheim in dieser Saison keine Cup-Spiele mehr zeigen (Bild: Wikipedia/Nicholas B).

VerWILen ist das neue veryoungboysen

Der FC Wil ist innerhalb von drei Runden zweimal absoluter Meister im Chancen verpassen und erinnert damit an die BSC Young Boys, die in den letzten Jahren in der Meisterschaft und zuletzt auch im Europa-Cup gute Ausgangslagen nicht nutzen konnten, wodurch der Fachbegriff «veryoungboysen» geboren war.

Lausanne Sport bliebt Leader in der Challenge League (Bild: Wikipedia/Fanny Schertzer).
Lausanne Sport bliebt Leader in der Challenge League (Bild: Wikipedia/Fanny Schertzer).

In der jüngsten Runde in der zweiten Liga der Schweiz hatte der FC Wil im Spitzenkampf die Gelegenheit bis auf einen Punkt an Leader Lausanne Sport heranzukommen. Und tatsächlich führten die Ostschweizer bis 20 Minuten vor Schluss mit 3:0-Toren. Doch aus dem Nichts heraus liess sich das Team die drei Punkte innerhalb einer Viertelstunde – bis zur 85. Minute – noch rauben.

 

Bereits in der sechsten Runde war Wil auswärts bei Le Mont einem Punkt nahe, der durch ein Eigentor in der 90. Minute flöten ging. Ohne den Verlust dieses Zählers und der beiden gegen Lausanne hätte Wil gleich viele Punkte wie Lausanne, das auf 15 Punkten sitzen geblieben wäre. So aber übt sich Wil im verWILen auf Rang 4.

 

Die Tabelle in der NLB ist überdies nach acht Runden ausgesprochen eng, die zehn Clubs verteilen sich auf eine Differenz von nur neun Punkten, die zwischen Leader Lausanne Sport und dem Schlusslicht FC Aarau liegen.

Le Mont ist das Challenge-Team der Herzen

Das Team vom Lac Leman, nahe Lausanne, behauptet sich in der zweithöchsten Spielklasse der Schweiz. Die Mannschaft behauptet sich dabei gegen grosse, traditionelle Clubs und ist eine Bereicherung für die Liga. «zweiteliga.org» sprach mit Le-Mont-Trainer Serge Duperret.

Daniel Gygax, hier noch im Dress der Nationalmannschaft (Bild: Wikipedia/Rolf Stauffer).
Daniel Gygax, hier noch im Dress der Nationalmannschaft (Bild: Wikipedia/Rolf Stauffer).

Serge Duperret, sind Sie zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Saison ?

Serge Duperret: Am Anfang fehlten uns einige Punkte und wir waren nicht gefährlich genug. Wir hatten in der Sommerpause viele Spieler verloren, weil andere Vereine mehr Geld bieten können. Das war für uns ein Problem, wir mussten fast neu beginnen.

 

Was kann man in dieser Saison von Le Mont erwarten?

Wenn alles gut läuft, möchten wir den fünften oder sechsten Platz erreichen, das realistische Ziel ist aber der Klassenerhalt. Unsere Spieler können sich wie im letzten Jahr gut zeigen und dann zu einem grossen Verein gehen. Leihweise kam beispielsweise Musa Araz vom FC Basel zu uns, der FCB dankte uns, dass wir ihn in dieser Zeit weiterentwickelt haben.

 

Ist die aktuelle Challenge League eine der bisher spannendsten, wegen Wil und Aarau?

Wir sind ein kleiner Club, Aarau dagegen ist ein guter, traditioneller Verein, wie es letzte Saison auch Lugano war. Für uns sind die Derbys gegen Lausanne wichtig, verglichen mit uns ist aber jeder Verein gross.

 

Interessiert Le Mont durch den Zuzug von Daniel Gygax nun zusätzlich?

Er ist viel mehr als ein Spieler für uns, er ist ein Botschafter auf und neben dem Feld. Er ist immer positiv eingestellt und spricht mit den jungen Spielern. Daniel Gygax ist auch in der Deutschschweiz bekannt, nun weiss jeder, wer Le Mont ist.

 

Was ist das langfristige Ziel des Vereins?

Wichtig ist, dass wir oben bleiben. Wir sind nicht Lausanne Sport und wir werden nie Lausanne Sport oder Winterthur sein. Aber wir bringen Farbe rein.

 

Nun folgt das Duell mit dem FC Aarau, wie blicken Sie auf dieses Spiel?

Letztes Jahr haben wir alle Vereine der Challenge League mindestens einmal geschlagen. Nun wollen wir auch gegen Aarau gewinnen, aber sie sind natürlich ein Topverein, der nicht weit hinten bleiben wird.

So ein Keser: FC Wil feuert Sportchef

Grosse Ziele, baldiger Erfolg und Beständigkeit, davon sprechen die türkischen Investoren der MNG-Gruppe. Erfolg im Cup, Aufstieg in die Super League und baldiges Sonnen in europäischen Club-Wettbewerben: Für einen ist diese Reise nun nach sieben Spieltagen bereits beendet – Sportdirektor Erdal Keser ist entlassen worden.

 

Auf seiner Webseite hält der Verein fest: «Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die Ausführung der Funktion als Sportchef, haben sich die Verantwortlichen der FC Wil 1900 AG entschlossen, die Zusammenarbeit mit Erdal Keser per sofort zu beenden. Der Entscheid beruht auf einem Entschluss des Verwaltungsrates.»

 

Diese Funktion werde künftig nicht mehr vergeben, wurde bekannt, «neu werden die sportlichen Geschicke innerhalb der Sportskommission, bestehend aus den Verwaltungsratsmitgliedern sowie fundierten Kennern der Schweizer Fussballszene, geleitet.»

 

Sportlich ist der FC Wil – gemessen an den Ambitionen – mässig in die Saison gestartet, zuletzt hat sich das Team aber gefangen und hat nach einem 0:1-Rückstand den bisherigen Leader dank einem 4:1-Sieg vom Thron geholt. Wegeweisend wird nun der Vergleich in der achten Runde mit dem aktuellen Leader Lausanne Sport.

Die IGP-Arena des FC Wil (Bild: Wikipedia/Rocky187).
Die IGP-Arena des FC Wil (Bild: Wikipedia/Rocky187).

FC Biel bietet am meisten fürs Geld

Nirgendwo gibt es so viel Tore fürs Geld zu sehen wie dann, wenn der FC Biel auf dem Rasen steht. In fünf Matches zeigten die Seeländer bereits 25 Treffer, also genau fünf im Schnitt. Dies sind deutlich mehr Tore, als die anderen Clubs in der Liga aktuell bieten. Biel-Präsident Carlo Häfeli erklärt den bemerkenswerten Toreschnitt bei zweiteliga.org:

 

Carlo Häfeli, was sagen Sie zum 5-Tore-Schnitt?
Carlo Häfeli: Wir wollen Offensivfussball spielen, Spektakel und Unterhaltung den Zuschauern bieten.

 

Niemand schiesst derzeit mehr Tore als der FC Biel, auf was führen Sie das zurück?
Wir spielen praktisch mit sechs Offensivspielern. Wir sind geduldig, finden die Lücken, spielen vertikal und suchen Ballkombinationen.

 

Welche Reaktionen hören Sie in der Stadt, bewegt das Team mehr, als wenn alle Resultate 1:0 oder 1:2 wären?
Das Team bewegt durch Erfolg, Charakter und Spielkultur.

 

Wie sind Sie generell mit der bisherigen Saison zufrieden?

Wir sind zufrieden und hoffen mit Erfolgen und Spielkultur mehr Publikum ins Tissot-Stadion zu bringen und als eigene Sportkraft in Biel wahrgenommen zu werden in positiver Zusammenarbeit mit dem EHC, der Stadt Zürich und Tissot.

 

Zweiteliga.org liefert die Rangliste des Torschnitts:

 

Rang Club Tore Spiele Schnitt
         
1. Biel 25 5 5
2. Lausanne 19 6 3,16
2. Le Mont 19 6 3,16
4. Xamax 18 6 3
5. Chiasso 16 6 2,66
6. Wohlen 15 6 2,5
7. Aarau 13 6 2,16
7. Schaffhausen 13 6 2,16
9. Winterthur 10 5 2
10. Wil 12 6 2
         

 

Winterthur und Wil weisen den gleichen Schnitt auf, dennoch liegt Winterthur in der Wertung vorne, weil die Zürcher ein Spiel weniger ausgetragen haben – ein 0:0 im kommenden Spiel würde die Mannschaft theoretisch auf den letzten Rang zurückwerfen, der Schnitt würde dann noch 1,67 Tore betragen. Dies freilich nur in der Theorie, da Winterthur im Nachtragsspiel auf den FC Biel trifft. Behält Biel seinen Schnitt bei, käme der FCW in der Folge auf Rang sechs mit 2,5 Treffern pro Match.

Janick Kamber traf gegen Xamax zum 3:1 (Bild: Mediencorner fcbiel-bienne.ch).
Janick Kamber traf gegen Xamax zum 3:1 (Bild: Mediencorner fcbiel-bienne.ch).

Nun wird es eng für den FC Aarau

Bereits ist ein Sechstel der Challenge League Saison 2015/16 gespielt. Und für den FC Aarau, Absteiger in die zweite Liga der Schweiz, sieht es düster aus – insbesondere was den direkten Wiederaufstieg anbetrifft: Mit 0,83 Punkten pro Spiel und einem Torverhältnis von 5:8 liegen die Aargauer am Tabellenende.

Das Feld von hinten aufzurollen wird schwierig: Um den Punkteschnitt des letztjährigen Aufsteigers noch einzuholen, müsste der FC Aarau ab jetzt – und für die restlichen 30 Spiele – einen Punkteschnitt von 2,3 Zähler pro Runde erreichen.

Zum Vergleich: In der Saison 2014/15 stieg Lugano auf, mit 74 Zählern und einem Punkteschnitt von 2,05 und einem Torverhältnis von 64:31 – Absteiger Lausanne kam auf 44 Punkte und Rang 6.

In der Saison 2013/14 schaffte der FC Vaduz den Sprung in die höchste Spielklasse, mit 73 Punkten und einem Schnitt von 2,03 sowie 71:34 Toren – Absteiger Servette hatte 61 Punkte erreicht, sowie den 5. Platz.

In der Saison 2012/13 gelang dem FC Aarau der Aufstieg, mit 78 Punkten (2,16) und einem Torverhältnis von 76:41 und im Jahr davor hatte Aarau die Barrage erreicht, in der sich aber der FC Sion durchgesetzt hatte.

Das Stadion Brügglifeld in Aarau (Bild: Wikipedia/Patrick Haller/CC-Lizenz).
Das Stadion Brügglifeld in Aarau (Bild: Wikipedia/Patrick Haller/CC-Lizenz).

Schweizer Cup: Alle 10 Challenge League Teams weiter

Alle zehn Clubs der Challenge League haben die erste Cup-Runde überstanden. Zwei Teams der zweiten Liga der Schweiz zeigten etwas mehr für das Eintrittsgeld: Le Mont setzte sich beim SC Buochs erst in der Verlängerung durch und der FC Chiasso wusste sich bei Stade Nyonnais erst im Elfmeterschiessen zu behaupten.

Bereits jetzt ist klar, dass mindestens zwei Clubs aus der Challenge League ins Achtelfinale vorstossen, dies weil sich im Sechzehntelfinale Schaffhausen und Wil sowie Winterthur und Biel gegenüberstehen.

Auf jeweils einen unterklassigen treffen Aarau (gegen La Chaux-de-Fonds) und Le Mont (gegen Martigny). Die restlichen vier Vereine aus der Challenge League duellieren sich mit einem Vertreter aus der Super League: Wohlen tritt gegen den FC Zürich an, Lausanne-Sport gegen Thun, Xamax gegen Luzern und Chiasso misst sich mit YB.

Diese Spiele gehen am 19. und 20. September über die Bühne.

YB trifft im Cup auf Chiasso (Bild: Wikipedia/Amstuzmarco).
YB trifft im Cup auf Chiasso (Bild: Wikipedia/Amstuzmarco).

Wil-Niederlage: Kommt nun Stunde des FC Aarau?

Bislang zeigte der FC Wil Blösse. Doch mit der 1:3-Niederlage gegen Wohlen folgte daheim ein erster, herber Dämpfer. Bisher hatte die Mannschaft nur zwei Gegentreffer kassiert, nun folgten gegen innerhalb der ersten 32 Spielminuten gleich deren drei.

Der Ausgang dieses Matches sowie das 3:3 zwischen Biel und Le Mont sorgen dafür, dass nun die Stunde des noch sieglosen Absteigers FC Aarau kommt. Denn die Konstellation der beiden anderen, verbliebenen Partien der fünften Runde führen dazu, dass sich die direkten Konkurrenten der Aargauer Punkte nehmen. Siegt der FCA werden zwar nicht viele Plätze gut gemacht, aber doch das Team könnte im Idealfall auf bis zu zwei Punkte an Tabellenführer Chiasso heranrücken.

Nur 16 Minuten lag der FCA in der laufenden Meisterschaft im Rückstand (97 Minuten Führung, 247 Minuten Unterscheiden, 16 Minuten Rückstand).

Das Team müsse in Ruhe weiter Arbeiten und die guten Trainings auf dem Platz in Resultate ummünzen, ist man beim FC Aarau überzeugt, Medienchef Remo Conoci zu «Zweiteliga.org»: «Mit Petar Sliskovic, Luca Radice, Juan Pablo Garat und Fabian Stoller, hatten und haben wir zu Beginn der Saison einige verletzte Spieler und es reichte manchmal nicht, die Ersatzbank zu füllen. Das sollte sich jetzt ändern, sodass der Trainer über mehr Möglichleiten verfügt.»

Ridge Mobulu will heute mit dem FC Aarau den ersten Saisonsieg feiern (Bild: Wikipedia/Wilson Wong).
Ridge Mobulu will heute mit dem FC Aarau den ersten Saisonsieg feiern (Bild: Wikipedia/Wilson Wong).

FC Aarau unterbewertet – nur 16 Minuten in Rückstand

Nur 4:5 Tore und 3 Punkte, der FC Aarau startet verhalten in die Challenge League Saison. Doch das Team ist mit der Ausbeute in der zweiten Liga der Schweiz schlecht bedient: Von den bisherigen 360 Minuten führte Aarau während 97 Minuten, 247 Minuten lautet der Spielstand unentschieden und nur währen 16 Minuten lag die Mannschaft bislang in Rückstand.

Spiel 1 gegen Wohlen: Aarau führt von der 52. Minute bis in die 85. Total steht der Match somit während 57 Minuten unentschieden, während 33 Minuten liegt Aarau vorne, Resultat: Ein Punkt.

Spiel 2 gegen Wil: Das Spiel endet 0:0-Unentschieden, Aarau liegt erneut nie hinten, führt diesmal aber auch nicht, Resultat: Wieder ein Punkt.

Spiel 3 gegen Biel: Nach neun Minuten geht Aarau in Führung. Diese hält bis zur 72. Minute. Innerhalb von zwei Minuten erfolgt ein Doppelschlag, aus dem Vorsprung wird ein Rückstand. Insgesamt führt Aarau 63 Minuten, 11 Minuten ist der Spielstand ausgeglichen und während nur 16 Minuten liegt das Team hinten – Resultat: Null Punkte.

Spiel 4 gegen Chiasso: Aarau geht in der 84. Minute in Führung, doch der Ausgleich erfolgt eine Minute später. 1 Minute Führung, 89 Minuten Unentschieden, Resultat: Wieder ein Punkt.

Das Stadion Brügglifeld in Aarau (Bild: Wikipedia/Patrick Haller/CC-Lizenz).
Das Stadion Brügglifeld in Aarau (Bild: Wikipedia/Patrick Haller/CC-Lizenz).

Heimnachteil in Challenge League geht weiter

Der «Heimnachteil» in der Challenge League setzt sich fort: Seit mittlerweile neuen Spielen kommt die Clubs auf dem eigenen Feld nicht mehr voran. Nicht weniger als sechsmal triumphierte das Auswärtsteam und dreimal kamen die Heimmannschaften zumindest mit einem Unentschieden davon.

Diese neun Spiele aus Sicht der jeweiligen Heimclubs: 3:21 Punkte! Und auch das Torverhältnis zeigt – je nach Blickwinkel – entweder die Heimschwäche der Clubs oder eben deren Auswärtsstärke: 7:16 Tore. Xamax und Lausanne gehören zu jenen

Xamax und Lausanne Sport hatten ihre Spiele der dritten Runde daheim verloren und in der vierten Runde dafür auswärts gewonnen. Und Winterthur, das in der dritten Runde zumindest ein 0:0 auf dem eigenen Feld herausholte, siegte nun auswärts beim FC Schaffhausen.

Die IGP-Arena des FC Wil (Bild: Wikipedia/Rocky187).
Die IGP-Arena des FC Wil (Bild: Wikipedia/Rocky187).