Diego
Schwarzenbach und Bryce Gervais bringen den EHC Olten bis zur 14. Minute gegen
den SC Langenthal mit 2:0 in Führung. Das Berner Team kommt zwar in der 47.
Minute durch Nico Dünner noch zum Anschluss, mehr aber nicht. Somit liegt der
EHC Olten in der Serie bereits mit 1:0 vorne.
Somit
geht die Playoff-Negativ-Serie des SCL gegen den EHCO weiter. Denn ab inklusive
dem 2:0-Erfolg des Teams aus der Dreitannenstadt im siebten Spiel im
Viertelfinale anno 2010 standen sich die beiden Derby-Gegner 13mal in einer
Playoff-Partie gegenüber. 10mal ging Olten nun als Sieger vom Eis. Und die
Playoff-Gesamtbilanz lautet inklusive der nun laufenden Serie: 13:6 Siege für
Olten. 2010: 4:3 Siege. 2013: 4:2 Siege. 2018: 4:1 Siege. Und 2019: 1:0 Siege.
Langenthal
kann noch Geschichte schreiben und sich erstmals in einer Playoff-Serie gegen
den Erz-Rivalen durchsetzen, dazu aber muss mindestens ein Sieg in Olten
realisiert werden.
Thurgau weiterhin keck
Eng wurde es für den Qualifikationssieger HC La Chaux-de-Fonds: Zweimal führt der HC Thurgau nach Treffern von Lars Frei und Michael Loosli. Erst in der 56. Minute gelingt den Romands der Ausgleich durch Samuel Grezet. In der Verlängerung trifft schliesslich Timothy Coffman in der 68. Minute zum 4:3-Erfolg für die Westschweizer.
Das Stadion Kleinholz des EHC Olten (Bild: zweiteliga.org).
Einen
einzelnen Meister-Favoriten auszumachen ist schwierig: Nach 44 Runden liegt die
Top-5 nur sieben Zähler auseinander. Alle 1,4 Punkte liegt somit eine
Mannschaft. Die ersten fünf Teams liegen mehr oder weniger auf Augenhöhe.
In
einer – nicht ganz ungewagten – Prognose sieht «zweiteliga.org» den EHC Kloten vorne mit dabei. Geschuldet durch
einen erstaunlichen Anfängerfehler starteten die Zürcher mit nur einem
ausländischen Feldspieler, die zweite Ausländerlizenz wurde an Bernhard Starkbaum
vergeben. Anfängerfehler deshalb, weil es ein Swiss-League-Grundgesetz ist,
dass wer um den Titel (oder Aufstieg) mitspielen will, hinten einen starken
Schweizer-Goalie benötigt und vorne zwei Ausländer, die schlicht und ergreifend
knipsen (natürlich neben den Grundgegebenheiten wie starke Schweizer Stürmer
und Verteidiger und ein ausgereiftes System). Der österreichische Keeper wusste
aber nie zu überzeugen (Fangquote 89,15 Prozent). Vorne wurden zu wenig Treffer
erzielt und hinten lotterte die Equipe. Das Resultat: In den ersten 19 Spielen
wurden nur 30 Punkte eingefahren (1,57 im Schnitt). Kloten lag auf Rang sechs
und hat kein Spiel gegen ein Top-5-Team gewonnen (0:21 Punkte!). Dann wurde
Goalie Joren van Pottelberghe geholt. Statistisch ist der 21-Jährige einer der
drei besten Torhüter der Swiss-League. Zudem wurden ausländische Verstärkungen
geholt. Das Resultat seit der Fehler-Korrektur: 25 Spiele und 53 Punkte was
2,12 Zähler im Schnitt ergibt. Hochgerechnet auf 44 Spiele ergibt etwas mehr
als 93 Punkte. Damit hätte Kloten die Qualifikation gewonnen und die
Top-5-Teams alle einen, bis zwei Zähler weniger. Behält Kloten die Performance
seit der Korrektur bei, ist die Mannschaft durchaus ein Titel-Favorit.
Zu tun bekommt es Kloten mit dem SC Langenthal. Der SCL ist das Team mit der besten Formkurve: Zehn der letzten elf Spiele wurden gewonnen. Zuvor waren etliche Spieler länger verletzt; Top-Stürmer Jeff Campbell sogar schon die ganze Saison. Dennoch formte Trainer Per Hanberg rechtzeitig zum Playoff-Start eine starke Equipe. Es ist nicht auszuschliessen, dass die Mannschaft, welche dieses Viertelfinale gewinnt, auch ein grosses Wort um den «Chübel» mitspricht. Längere Zeit fehlte dem Team ein durchschlagkräftiges Ausländer-Duo. Mit Pascal Pelletier neben Brent Kelly gewann die Offensive an Fahrt, wobei die beiden gegen die grossen Gegner zuletzt eher marginal skorten. In der Qualifikation gewann der SCL drei von vier Direktduellen (in chronologischer Folge: 5:4, 4:1, 0:1 und 4:1). Allerdings: Seit der Klotner-Fehlerkorrektur lautet das direkte Verhältnis 1:1. Zudem gewann der SCL letzte Saison fünf der damals sieben Quali-Begegnungen mit Olten. Doch als es hart auf hart kam im Playoff-Halbfinale und die Ausländerpunkte nicht mehr kamen setzte sich der EHCO mit 4:1-Siegen durch. Die Frage ist somit, welcher SCL nun im Viertelfinale steht. Nach der Performance in den letzten drei Spielen gegen Olten, Kloten und Ajoie (der vorgezogenen Playoff-Hauptprobe) kann auch der SCL sehr weit kommen. In Betracht auf Form und Umstände ist diese Begegnung eine Art vorgezogenes Finale.
Der
EHC Olten konnte bis zuletzt vom
Qualifikationssieg träumen. Erst in der letzten Runde platzte der Traum, der
Rückstand auf Rang eins betrug nur drei Zähler. In der Offensive ist der EHCO
mit 183 Treffern das Mass aller Dinge. Und hinten kassierte Olten 118 Gegentreffer
– nur Ajoie (94) und Thurgau (104) erhielt deutlich weniger Gegentore. Die
anderen Top-Teams liegen mit 112 (HCC und Visp) sowie Langenthal (113) in der
genau gleichen Kategorie.
Qualisieger
HC La Chaux-de-Fonds in dieser
Saison voraussichtlich nicht «zu welsch» für den Titel: Nicht weniger als neun
Spieler im Kader sind Deutschschweizer, darunter einer der Captains (beim HCC
teilen sich mehrere Spieler das Amt). Der HCC verfügt zudem über die drittbeste
Abwehr der Liga.
Meisterschaften
gewinnt man – nicht immer, aber meistens – in der Defensive. Und hier ist der HC Ajoie mit 94 erhaltenen Gegentreffern
der Branchenleader der Liga. Mit Rang zwei und nur zwei Zählern Rückstand auf
Position eins nach 44 Runden darf auch mit den Jurassiern gerechnet werden.
Allerdings lebt der HCA seit Jahren stark von seiner ersten Linie. Sorgt diese
nicht für die Musik wird es für die Nordwestschweizer trotz der guten
Verteidigung schwierig.
In
dieser Saison dürfte es für den EHC Visp
schwierig werden, einen Exploit zu zeigen, wie damals gegen die SCL Tigers mit
dem Titelgewinn 2014. Auch wenn die Walliser in der Quali nur zwei Punkte (bei
zwei Siegen in der Verlängerung) an die Oltner abgegeben haben: Ähnlich war die
Foraussetzung für die Dreitannenstädter letzte Saison auch gegen Langenthal: In
der Quali mehrheitlich gegen den Playoff-(Halbfinal)-Gegner verloren, doch als
es um die Wurst ging, klar durchgesetzt.
Der
HC Thurgau liegt zwar nur auf Rang
sieben, doch die Mannschaft steigerte sich in den beiden letzten Monaten
markant. Gleich wie Ajoie verfügten die Ostschweizer über eine starke Abwehr (die
Nummer zwei der Liga). Wenn sich die beiden herausragenden Skorer der Jurassier
jedoch nicht entfalten können, ist der HCT nicht chancenlos.
Die
EVZ Academy zeigte bereits in der
letzten Saison, dass sie ein absolut unbequemer Gegner sein kann: Zweimal wurde
der spätere Aufsteiger, die SC Rapperswil-Jona Lakers, im Viertelfinale in die
Verlängerung gedrängt. So ganz ohne Ärger dürfte es wohl in dieser Saison auch
für den HCC nicht gehen.
Daniel Gerber
Der EHC Kloten Bus – fährt Kloten allen davon oder in die Ferien? Bild: zweiteliga.org
In der Nationalliga B werden seit der Saison 1993/94 Playoff-Viertelfinals ausgetragen. Werden für die einzelnen Playoff-Stationen Punkte vergeben, ergibt dies folgende von «zweiteliga.org» errechnete Tabelle (siehe unten).
Der HC Thurgau überholt den HC Sierre und liegt neu auf dem neunten Rang. Zudem ziehen der SC Langenthal (neu Rang 6) und der HC Ajoie (neu Rang 7) an den GCK Lions vorbei.
Lakers führen bei Punkteschnitt
Wird die Tabelle nach dem Punkteschnitt pro Saison geordnet, liegen Die SC Rapperswil-Jona Lakers (3,5) an erster Stelle, gefolgt von den SCL Tigers (2,83), dem Lausanne HC (2,6) und dem EHC Biel (2,54). Die Lakers gingen bei ihrem Aufstieg in den 1990ern bereits einmal als Playoff-Sieger hervor – und seit der Rückkehr in die NLB stand die Mannschaft nun zum dritten Mal in Serie im Finale.
Berücksichtig man nur die Clubs, die aktuell in der Liga antreten liegen die Lakers (3,5) deutlich an der Spitze, gefolgt vom EHC Visp (1,74), dem SC Langenthal (1,62), dem HC La Chaux-de-Fonds (1,59), sowie dem EHC Olten (1,29).
Lausanne führt bei Total-Punkten
Die Tabelle ist nach dem Punktetotal geordnet. Der Lausanne HC sammelte am meisten dieser Punkte, gefolgt vom HC La Chaux-de-Fonds, dem EHC Biel und dem EHC Visp.
Berücksichtig man nur jene Mannschaften, die aktuell in der Liga spielen, so steht La Chaux-de-Fonds an erster Stelle, gefolgt von Visp, dem EHC Olten und dem SC Langenthal.
Daniel Gerber
Rang
Team
Anzahl Saisons
Playoffs verpasst
Viertel-finals
Halb-finals
Finals
B-Meister
Playoff Punkte
Schnitt pro Saison
1
Lausanne HC
15
4
3
3
5
39
2,6
2
HC La Chaux-de-Fonds
22
3
9
4
6*
35
1,59
3
EHC Biel
13
3
4
2
4
33
2,54
4
EHC Visp
19
1
10
3
3
2
33
1,74
5
EHC Olten
24
4
12
5
3
31
1,29
6
SC Langenthal
16
2
6
6
2
26
1,62
7
HC Ajoie
21
6
7
7
1
25
1,19
8
GCK Lions
25
8
10
3
3*
25
1,00
9
Hockey Thurgau
23
9
11
4
19
0,83
10
HC Sierre
15
4
7
1
3
18
1,2
11
SCL Tigers
6
3
1
2
17
2,83
12
EHC Chur
12
4
4
2
2
16
1,33
13
SC Rapperswil-Jona Lakers
4
2
2
14
3,5
14
EHC Basel
10
4
4
2
12
1,2
15
Red Ice Martigny
14
5
6
3
12
0,85
16
SC Herisau
6
1
4
1
8
1,33
17
Servette HC
7
3
1
2
1
8
1,14
18
Forward Morges
1
1
1
1
19
EVZ Academy
2
1
1
1
0,5
20
EHC Winterthur
3
3
0
0
21
EHC Bülach
2
2
0
0
22
HC Luzern
2
2
0
0
23
Neuchatel Young Sprinters
2
2
0
0
24
Ticino Rockets
2
2
0
0
*1996 wurde kein Final ausgetragen: GC und La Chaux-de-Fonds trugen beide eine Drei-Team-Liga-Qualifikation mit dem Letzten der NLA (Lausanne HC) aus. Der HCC schaffte den Aufstieg.
Das Double ist perfekt: Auf den Cup-Sieg folgt der Meistertitel. Und Dion Knelsen ist der Mann der ersten Minute: Bislang machte die Torausbeute im Finale einen diskreten Bogen um den fleissigen Kanadier. Nun aber, im fünften Spiel, fackelte er nicht lange – 24 Sekunden um genau zu sein. Dann verwandelte er die St. Galler Kantonalbank Arena in eine Festhütte. Und als Oltens MacGregor Sharp ausgleicht, sorgt Knelsen weniger als sechs Minuten später für den erneuten Führungstreffer.
Im zweiten Abschnitt ziehen die St. Galler davon, vom 1:4-Rückstand kann sich der EHC Olten nicht mehr erholen, zuletzt siegten die Lakers mit 5:2-Toren.
Nun gehört der Titel «Rappi». Zum dritten Mal in Serie standen die St. Galler im Finale. 2016 noch musste sich das Team vom Obersee dem HC Ajoie beugen. Und 2017 hatte die Mannschaft erneut das Nachsehen, als Langenthal Pierrick Pivron im dritten Drittel den 5:4-Siegtreffer für den SCL schoss. Doch 2018 gehört der Titel nun den Lakers.
Somit duelliert sich die Mannschaft ab Donnerstag, 12. April, um den zwölften Platz in der National League.
Zu den herausragenden Athleten im Swiss-League-Finale gehört SC Rapperswil-Jona-Keeper Melvin Nyffeler. In nun vier Final-Duellen konnte er nur zweimal überwunden werden. Oder um es noch deutlicher auszudrücken: In 240 gespielten Minuten kassierte er nur gerade zwei Gegentore – alle 120 Minuten eines.
So gesehen lautet das Rezept für den Gegner EHC Olten einfach und simpel: Das nächste Spiel muss – wenn es gewonnen werden soll – einfach in die dritte Verlängerung gehen, zu deren Ende dann der 1:0-Lucky-Punch zu erfolgen hat …
Das vierte Kräftemessen zwischen den beiden Clubs entscheiden die SCRJ Lakers mit 3:0 für sich. Zusammen mit den vorangegangenen Resultaten (5:0, 0:1, 2:1) ergibt dies eine Finalbilanz von 3:1-Siege sowie – wenn auch vernachlässigbar – 10:2-Tore und 9:3 Punkte.
Für eine witzige Szene sorgte Jan Mosimann im Mitteldrittel. In der 36. Minute musste er wegen Beistellens für zwei Minuten raus. Als er nach abgelaufener Strafe auf das Eis zurückkehren konnte, musste er dieses sieben Sekunden später gleich wieder verlassen – wegen eines gleichen Vergehens.
Melvin Nyffeler, Goalie bei den Rapperswil Jona Lakers (Bild: Lakers Sport AG, René Schmid).
Während 107:40 Minuten stellten die SC Rapperswil-Jona Lakers das Feuer ein. Bei 59:10 im ersten Spiel hatte Michael Hügli zur 5:0-Führung getroffen. Bei der 0:1-Pleite auswärts in Olten erfolgte – wie das Resultat erahnen lässt – kein Rappi-Treffer. Und nun, im jüngsten Duell, mussten sich die 5145 Zuschauer bis in die 47. Minute (46:50) gedulden, ehe ihre Mannschaft das Tor wieder traf. Der Treffer von Fabian Maier bedeutete den 1:1-Ausgleichstreffer.
Während rund 25 Minuten führte der EHC Olten im Kanton St. Gallen, ehe die Lakers mit drei Toren innerhalb von zehn Minuten aus dem Rückstand einen 3:1-Sieg formten; neben Maier, trafen auch Michael Hügli und Martin Ness. Damit liegt der SCRJ im Playoff-Finale der Swiss League wieder vorne. Bislang konnten die beiden Teams jeweils ihre Heimspiele gewinnen, somit kämpft Rappi am Mittwoch darum, sich als erste der beiden Mannschaften auswärts durchzusetzen.
Die SC Rapperswil-Jona Lakers starten mit einer Flutwelle ins Playoff-Finale. Allen voran Goalie Melvin Nyffeler. Denn während das Resultat 5:0 lautet, verzeichnen die Statistiker 31:27 Schüsse auf das Tor.
Zudem zeigen sich die St. Galler variantenreich im Angriff: Neun verschiedene Skorer lassen sich in die Skorerliste eintragen, darunter vier verschiedene Skorer (Michael Hügli trifft doppelt, zum 1:0 und 5:0).
Das Team vom Obersee gewann jedes Drittel (1:0, 3:0 und 1:0). Nach dem 4:0 wurde Olten-Keeper Matthias Mischler durch Simon Rytz ersetzt, nachdem die Lakers innerhalb von 125 Sekunden den Vorsprung von 2:0 auf 4:0 verdoppelt hatten.
Nicht genug vom Spiel konnten offenbar Josh Primeau und Devin Muller haben, die beiden lieferten sich nach der Schlusssirene noch einen Faustkampf, der zu je einer Zwei-Minuten-Strafe sowie je einer Spieldauer-Disziplinarstrafe wegen Faustkampfs führte – ein Restausschluss der bei 60:00 und bereits entschiedenem Spiel vernachlässigbar ist.
Michael Hügli (Bild: Lakers Sport AG, René Schmid).
Trainerentlassungen rentieren nicht – diese Meinung ist statistisch breit dokumentiert. Im Durschnitt landet ein Team wieder am Ausgangspunkt, sobald der «Trainer-Weg-Effekt» nach rund zehn Spieltagen abgeklungen ist. Die Geschichtsbücher sind voll von Begebenheiten, bei denen Clubs ihren Coach zum Beispiel auf Rang sieben liegend, in die Wüste geschickt haben, die mit dem neuen Übungsleiter dann kurzfristig auf Position fünf oder vier hochgeschnellt sind und die sich dann, in der Endabrechnung, wieder auf Rang sieben vorgefunden haben.
Doch in dieser Saison nun hatten gleich vier Clubs ein «goldenes Händchen» beim Trainerrauswurf. In der Swiss League sind dies der EHC Olten und der HC La Chaux-de-Fonds. Beim EHCO wurde Bengt-Ake Gustafsson entlassen, als sein Team im Januar fast sämtliche Spiele verloren hatte. Das Team lag zwischenzeitlich auf einem Rang, das kein Heimrecht mehr im Viertelfinale bietet. Sein Nachfolger Chris Bartolone liess nun das Team zusammenwachsen und er führte die Solothurner ins Playoff-Finale. Und der HCC feuerte auf Rang sieben liegend Alex Reinhard und ersetzte ihn durch Serge Pelletier, der die Mannschaft auf Platz vier hochhob. Das 1:4-Viertelfinal-Out gegen den HC Ajoie wäre zwar dann wohl auch ohne Trainerwechsel gelungen …
In der National League stehen nun sogar zwei Equipen im Halbfinale, die ihre Coachs austauschten. Bei den ZSC Lions wurde Hans Wallson durch Hans Kossmann ersetzt beim EHC Biel steht anstelle von Mike McNamara nun Antti Törmänen an der Bande.
ZSC Lions gegen den EV Zug (Bild: zweiteliga.org).
Die Serie zwischen dem SC Langenthal und dem EHC Olten war die bisher engste in der Geschichte der Liga. «Zweiteliga.org» arbeitete sich durch sämtliche Playoff-Serien seit der Einführung der Playoffs in der Nationalliga B (heute Swiss League) in der Saison 1993/94. Die Erkenntnis: Noch nie verlief eine Serie derart eng: Weder im Viertelfinale, Halbfinale oder Finale.
Zur Erinnerung: In der kürzlich zu Ende gegangenen Serie zwischen dem SC Langenthal und dem EHC Olten endete jedes Spiel mit nur einem Treffer Unterschied. Dreimal ging das Duell in die Verlängerung, die Entscheide fielen in den Minuten 65, 72 und 88. Letzteres war das bisher längste Eishockeyspiel in der Geschichte des Schweizer Eishockey.
Engste Serie der bisherigen Geschichte
Zwar waren zwei Serien zu verzeichnen, in denen die Spiele ebenfalls mit einem Unterschied von nur einem Tor endeten. Doch weil das Siegerteam viermal das gleiche war, endeten diese Serien 4:0. Eine Serie mit fünf oder mehr Spielen und stets nur einem Tor unterschied gab es noch nie.
Zudem sind nur acht weitere Serien zu verzeichnen, bei denen alle Duelle, bis auf eines, mit einem Tor Unterschied endeten.
Die engsten Playoffserien in der Swiss-League:
Langenthal – Olten, Halbfinale 2018, 3:4n.V., 3:2n.V., 1:2, 2:3n.V., 2:3. 1:4 Siege. Alle fünf Spiele endeten mit einem Tor Unterschied.
Rapperswil – Martigny, Halbfinale 2016 2:1, 4:3, 1:0, 4:3. 4:0 Siege. Alle vier Spiele endeten mit einem Tor Unterschied.
Olten – Basel, Viertelfinale 2011, 4.3.n.V., 4:3, 5:4n.V., 4:3, 4:0 Siege. Alle vier Spiele endeten mit einem Tor Unterschied.
Langenthal – La Chaux-de-Fonds, Halbfinale 2012, 3:4n.V., 4:3n.V., 0:1, 3:2n.V., 5:4n.V., 0:2, 2:1, 4:3 Siege. Eines der sieben Spiele endete mit einem Zwei-Tore-Unterschied.
Lausanne – Visp. Viertelfinale 2006. 5:4, 4:3, 3:2, 1:2, 1:5, 3:4, 2:1. 4:3 Siege. Eines der sieben Spiele endete mit einem Vier-Tore-Unterschied.
Biel – Olten, Viertelfinale 2008, 3:2, 5:1; 2:3; 4:3; 3:2. 4:1 Siege. Eines der fünf Spiele endete mit einem Unterschied von vier Toren.
La Chaux-de-Fonds – Langenthal, Viertelfinale 2008. 4:2, 4:3, 2:1, 4:3. 4:0 Siege. Eines der vier Spiele endete mit zwei Toren Unterschied.
Chur – Thurgau, Viertelfinale 1994 (Best-of-3). 4:3n.P, 2:4, 3:2.n.P., 3:2. 3:1 Siege. Eines der vier Spiele endeten mit einem Zwei-Tore-Unterschied.
Sierre – Visp, Viertelfinale 2004. 2:1n.P.; 5:0; 2:1; 5:4 n.V.. 4:0 Siege. Eines der vier Spiele endete mit einem Unterschied von fünf Toren.
La Chaux-de-Fonds – Genf. Halbfinale (Best-of-3). 1:2, 2:3, 5:0, 2:1, 2:1. 3:2 Siege. Eines der fünf Spiele endete mit einem Unterschied von fünf Toren.
Biel – Genf, Halbfinale 2001 (Best-of-3). 2:1, 4:3, 0:5, 3:2. 3:1 Siege. Eines der vier Spiele entete mit einem Unterschied von fünf Toren.
Der Winter ist vorbei, warm anziehen müssen sich die nun Kloten und Ambri trotzdem. Der Strohhalm, dass der HC Ajoie ins Swiss-League-Final einziehen und dieses gewinnen könnte, bietet keinen Halt mehr. Denn die Jurassier wären im Falle des Triumphs in der zweithöchsten Spielklasse nicht zur Liga-Qualifikation angetreten und der EHC Kloten oder der HC Ambri-Piotta wären vorzeitig gerettete gewesen.
Doch nun stehen zwei ganz grosse Kaliber im Finale der Swiss League. Sowohl die SC Rapperswil-Jona Lakers wie auch der EHC Olten erklärten vor der Saison, aufsteigen zu wollen. Der B-Meister-Titel sättigt weder das eine noch das andere Team. Gut möglich also, dass es in dieser Saison wieder einen Aufsteiger gibt.
Die Lakers zeigten kein Ajoie-Trauma. Denn noch anno 2016 standen sich die beiden Clubs im Finale gegenüber und die Nordwestschweizer setzten sich durch. Auch diesmal zeigten die beiden Teams eine längere Serie, in der sich Rappi mit 4:2-Erfolgen durchsetzte (2:1, 3:5, 3:1, 1:4, 4:2, 2:1). Somit kommt es nun zu einem regelrechten Kracher im Swiss League Finale.
Die SC Rapperswil-Jona Lakers, hier mit einem Treffer gegen den EV Zug im Cup-Viertelfinale (Bild: zweiteliga.org).