Das Problem des FC Aarau liegt nicht in der Defensive. Diese steht gut und sicher. Nur ein Team, Le Mont, hat gleich wenig Tore kassiert wie die Aargauer, nämlich deren 21. Selbst Leader Lausanne Sport hat ein Tor mehr eingesteckt und der Tabellenzweite FC Wil deren 23.
Der FC Aarau krankt in der Offensive und dies erheblich. Kein Club schiesst auch nur annährend so wenig Treffer wie das Schlusslicht FCA. Demgegenüber schoss der Tabellenführer bereits zwanzig Tore mehr, nämlich 34. Der neue Ligatopskorer Jocelyn Roux traf 12mal, das sind nur zwei Treffer weniger als die gesamte Mannschaft der Schweizer Mittelländer; deren bester Schütze, Mittelfeldspieler Carlinhos, traf viermal. Jocelyn Roux zog in der letzten Runde an Antonio Marchesano vom FC Biel vorbei, der bei 11 Goals verbleibt – Werte, von denen die Mittelländer nur träumen können.
Die Lage hat sich in den letzten Runden eher noch verschlechtert. In den letzten sieben Spieltagen gelangen dem FCA nur noch vier Tore, also ein Schnitt von 0,57 pro Runde. Acht Matches ist es her, seit dem das Team mehr als einmal jubeln konnte, beim 2:0-Sieg über Schaffhausen.
Erneut gewinnen die beiden Spitzenteams Rapperswil-Jona Lakers und SC Langenthal, während der EHC Olten durch den HC La Chaux-de-Fonds überholt wird. Die St. Galler mussten im Zürichsee-Derby gegen die GCK Lions harte Hockey-Arbeit verrichten. Zweimal gelang es der Mannschaft von Trainer Jeff Tomlinson zwar einen Zwei-Tore-Vorsprung zu erringen, doch den Zürchern gelang zweimal der Anschluss, der letzte jedoch erst 38 Sekunden vor Schluss. Mit zwei Toren trug Antonio Rizzello wesentlich zum Sieg der Lakers bei.
Beim 6:3-Kracher des EHC Visp über den EHC Winterthur zündete Corey Locke den 2×2: Er lieferte zunächst zwei Assists und als sein Team bei einer 4:3-Führung kurz vor Schluss plötzlich in Unterzahl antreten musste, erzielte er zunächst einen Short-Hander und anschliessend stellte er den 6:3-Schlussstand her.
Der SC Langenthal gewann 16 der letzten 17 Heimspiele gegen den HC Ajoie. Das entspricht einem Punkteverhältnis von 46:5, nur in dieser Saison musste der SCL einmal 0:2 daheim gegen Ajoie den Kürzeren ziehen und in den letzten Jahren setzten sich die Oberaargauer zweimal in der Overtime respektive nach Penaltys durch. Nach dem 2:2-Ausgleich durch die Romands lieferte Verteidiger Hans Pienitz zwei Vorlagen zu Siegestreffern.
Antonio Rizzello (Lakers)
Corey Locke (Visp)
Aulin Jared (Lakers)
Fabian Ganz (Olten)
Hans Pienitz (SCL)
Remo Giovannini (HCC)
Erstmals in dieser Saison sind nun zwei Gräben in der Liga auszumachen: Die Ränge 1 bis 4 distanzieren sich mittlerweile um sieben Punkte gegenüber den Rängen 5 bis 8. Diese wiederum liegen acht Punkte vor den Plätzen 9 und 10.
Hier kommt Corey Locke in der Schweiz an (Bild: EHC Visp).
Zumindest für etliche Runden ist im Kanton Aargau ein Machtwechsel im Fussball festzustellen. In der Challenge League liegt der Absteiger FC Aarau derzeit auf dem letzten Rang, sechs Punkte hinter dem Kantonsrivalen FC Wohlen. Seit Montag, 26. Oktober 2015, liegt Aarau hinter Wohlen.
Und mit sechs Punkten Vorsprung dürfte das noch länger so bleiben. Bisher standen sich die Clubs erst einmal im Rahmen der Saison 2015/16 gegenüber, gleich zum Auftakt in der ersten Runde, damals trafen die beiden Vereine in Aarau aufeinander. Zunächst schoss Sandro Burki den FCA in Führung, ehe Marijan Urtic fünf Minuten vor Schluss für den FCW zum 1:1-Endstand ausglich.
Seither traf Mittelfeldspieler und Captain Sandro Burki zwei weitere Male, er kommt bei total 14 Einsätze auf drei Treffer. Für Verteidiger Marijan Urtic ist es in insgesamt 15 Matches der bislang einzige Treffer geblieben.
Nun treffen die beiden Teams am Sonntag erneut aufeinander. Aarau steht vor einem Schicksalsspiel.
Nach den Niederlagen gegen Xamax (0:2), dem Unentschieden gegen Chiasso (1:1), der Niederlage in Biel (1:3), jener gegen Le Mont (0:3), den Unentschieden gegen Winterthur und Wil (jeweils 1:1) liegt der letzte Sieg (2:0 gegen Schaffhausen) nicht weniger als sieben Spieltage zurück. In den letzten sechs Matches wurden somit nur drei Zähler geholt, im Schnitt also 0:5 Punkte pro Match.
Das Stadion Brügglifeld in Aarau (Bild: Wikipedia/Patrick Haller/CC-Lizenz).
In 17 Spielen konnte Langenthal nur zweimal in Visp gewinnen. Doch diesmal setzte sich das Berner Team gleich mit 5:2-Treffern durch. Zu den überragenden Spielern beim SCL gehörte Philippe Seydoux, der die Tore zum Ausgleich und zur Führung vorbereitete und dann das 3:1 gleich selbst erzielte.
Kurz vor Schluss sorgte in Olten ein Verteidger dafür, dass es noch einmal eng wurde: Remo Meister lieferte die Vorlage zum 1:2-Anschluss. Mehr als zwei Minuten vor Schluss wurde dann Keeper Matthias Mischler aus dem Spiel genommen um mit sechs Feldspielern nach dem Ausgleich zu streben, der jedoch nicht mehr fallen sollte.
Zweimal musste sich Dominic Nyffeler im Power-Play bezwingen lassen, davor hatte er lange Zeit eine knappe Führung mitverwaltet.
Marco Pedretti (Ajoie)
Evan McGrath (Thurgau)
Jonathan Hazen (Ajoie)
Philippe Seydoux (SCL)
Remo Meister (Olten)
Dominic Nyffeler (Thurgau)
Das Spiel zwischen den Rapperswil-Jona Lakers und Red Ice Martigny wird aufgrund der Cup-Teilnahme der St. Galler erst im Dezember ausgetragen, somit ist es nicht in die Wertung eingeflossen.
Der MSV Duisburg holt bei Fortuna Düsseldorf erstmals in dieser Saison einen Auswärtspunkt. Zwar ging Düsseldorf zunächst durch Kerem Demirbay in Führung. Doch dann traf Seffen Bohl zum Ausgleich und Schlussergebnis von 1:1.
Somit kommt Duisburg neu dank dem Treffer von Steffen Bohl auf 8 Saisonpunkte. In der ewigen Tabelle der 2. Bundesliga sammelte der MSV bislang 992 Zähler. Somit kommt der Club aus Nordrhein-Westfalen neu auf 1000 Punkte in der zweithöchsten Fussballliga Deutschlands.
Dadurch schliesst Duisburg zum 1. FC Saarbrücken auf, der noch auf dem 13. Rang liegt und ebenfalls auf exakt 1000 Punkte kommt. Der nächste Zähler bringt den MSV alleinig auf diese Position. Auf Rang zwölf liegt übrigens die SG Wattenscheid 09 mit 1021 Punkten.
Duisburg ist wieder in der 2. Bundesliga (Bild: Wikipedia/ZebraDS).
Bald sind in der NLB 100 Spiele ausgetragen, entsprechend wurden nicht nur 100 Siege sondern auch 100 Niederlagen eingefahren. Dennoch wurde in der laufenden Spielzeit noch kein Trainer entlassen – warum diese Harmonie, wenn sich das Trainerkarussell normalerweise zur Nationalmannschaftspause eingangs November mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit stets zu drehen beginnt. Aus verschiedenen Gründen scheinen derzeit alle CEOs und Sportkommissionen in der Liga zufrieden.
Rapperswil Jona Lakers: Kein Absteiger trat in den letzten Jahren in der neuen Liga von Beginn weg stark auf, Basel, Lausanne und die SCL Tigers tauchten zunächst alle. Coach Jeff Tomlinson wird die malerische, st. gallische Seedamm-Idylle wohl noch lange geniessen dürfen.
SC Langenthal: Der SC Langenthal prägt die NLB-Tabellenspitze mit, eher wird die Eishalle Schoren in Jason-O’Leary-Arena umgetauft, als dass Trainer Jason O’Leary in die Wüste geschickt würde.
EHC Olten: Der Finalist der letzten Saison steht heuer regelmässig auf dem Leader-Thron. Entsprechend wenig gibt es an Trainer Heikki Leime auszusetzen.
La Chaux-de-Fonds: Der Start in die Saison mochte vergleichsweise verhalten gewesen sein, doch nun liegen die Neuenburger unter den ersten vier. Alex Reinhard dürfte keinen Grund zum Zittern haben.
HC Ajoie: Der HC Ajoie ist die Überraschungsmannschaft schlechthin und rangierte zwischenzeitlich in der Top 3. Eher wird Trainer die Gary Sheehan zum Jurassier des Jahres gewählt, als dass er entlassen würde.
Hockey Thurgau: Der HCT liegt im Mittelfeld, in der Ostschweiz ist das irgendwie Weltrekord. Zudem würde wohl zuerst die Eishalle Güttingersreuti geschlossen, bevor Trainer Christian Weber entlassen würde.
EHC Visp: Das Team wurde zum Saisonstart deutlich verjüngt und findet sich nun auf eigenem Eis zusehends besser. Vier Heimniederlagen in Folge folgten zuletzt vier Siege in sechs Heimspielen. Deshalb sollte es auch für ihn nicht eng werden, obschon er womöglich derzeit jener Coach ist, der in der Liga am stärksten gefährdet ist.
Red Ice: Das Budget von Red Ice Martigny gehört zu den kleineren in der Liga, aufgrund der Ausgeglichenheit der Liga sind die Walliser aber mit dem Mittelfeld in Tuchfühlung. Für Trainer Albert Malgin besteht somit kein Grund zur Panik.
EHC Winterthur: Der Aufsteiger tritt ohne Ausländer in der ersten Saison an. Ziel ist, kein Minus einzufahren und regelmässig zu Punkten. Dass die Mannschaft nicht auf dem letzten Platz liegt, führt eher dazu, dass in Winterthur eine Strasse nach Markus Studer benannt wird, als dass er entlassen wird.
GCK Lions: Sinn und Selbstzweck des Farmteams der ZSC Lions ist der Einsatz junger Talente. Der Tabellenplatz spielt eine derart untergeordnete Rolle, dass jeder Bundesangestellter verglichen mit dem Coach – seit längerem Matti Alatalo – auf einem Schleudersitz sitzt.
Albert Malgin, Trainer von Red Ice Martigny (Bild: Wikipedia/SBo).
Der SC Langenthal und Red Ice Martigny scheinen ein Punkte-Transferabkommen ausgehandelt zu haben: 16 der 17 Spiele, welche die beiden Teams nun in der Eishalle Schoren ausgetragen haben, konnte der SCL für sich entscheiden. Diesmal zählte neben Marc Eichmann, der sein zweites Spiel in dieser Saison nach seiner Fussverletzung ausgetragen hat, Verteidiger Claudio Cadonau zu den prägenden Athleten. In der achten Minute brachte er sein Team in Führung und als es zuletzt brenzlig wurde, traf er vom Verteidigungsdrittel aus ins leere Tor und sicherte so den Seig.
Nicht zu bremsen war einmal mehr Oltens Marco Truttmann. Beim 6:2 Sieg seines Teams über den EHC Winterthur traf er zum 1:1-Ausgleich, zur 2:1-Führung sowie zum wegweisenden 4:1. Die beiden Treffer steuerte Gian-Andrea Thöny für den Aufsteiger bei.
Dank einem 4:0 Sieg über das in dieser Saison erstarkte Hockey Thurgau stösst der HC La Chaux-de-Fonds in die Top 4 vor.
Weiterhin an der Spitze bewegen sich die Rapperswil-Jona Lakers, die sich trotz Rückstand und späteren Ausgleich gegen das Überraschungsteam HC Ajoie behauptete.
Gian-Andrea Thöny (Winterthur)
Alex Nikiforuk (GCK Lions)
Marco Truttmann (Olten)
Rajan Sataric (Lakers)
Claudio Cadonau (SCL)
Remo Giovannini (HCC)
Nicht berücksichtigt ist der 5:2-Sieg des SC Langenthal beim EHC Visp, da dieser Match nicht zu zu dieser Runde gehört, sondern zu jener von Dienstag.
Er spielt mit Schweizer Lizenz für den HC Red Ice Martigny, obschon er in Russland zur Welt gekommen ist und keinen helvetischen Pass besitzt: Mikhail Flyagin. Zum Gespräch mit zweiteliga.org erscheint er mit seinem Teamkollegen Dimitri Malgin, der ihn übersetzt.
«Nach meiner Juniorenzeit erhielt ich einen Vertrag bei Traktor Tscheljabinsk in der KHL. Doch wegen einer Verletzung in der ersten Saison wurde ich zurückgeworfen», erinnert sich Mikhail Flyagin. «Dann wollte man mich in die WHL transferieren, die zweihöchste Liga Russlands.» Er wollte seine Karriere aber lieber in der Schweiz neu lancieren und womöglich in die Kontinental Hockey League zurückkehren.
Und wie ist er zur Schweizer-Lizenz gekommen? «Während fünf Jahren spielte ich im Nachwuchs des HC Lugano. Mit einer russischen Auswahl hatte ich an einem U15-Turnier gespielt und die Tessiner fragten mich an, ob ich bei ihnen spielen wolle.»
Mikhail Flyagin spielte zudem bereits bei Lada Togliatti, doch zu diesem Zeitpunkt spielte diese Mannschaft noch nicht in der KHL. Anders als heute. Derzeit liegt der Traditionsverein auf einem der hinteren Ränge in der Ostgruppe, letzte Saison landete die Mannschaft auf dem 24. von 28 Rängen – um nach vorn zu kommen, braucht Lada den 4×4 sowie es der Lada Niva kennt, das Flaggschiff des namensgebenden Automobilhersteller.
Eigentlich ist Lada Togliatti ein Spitzenteam. Zweimal wurde die Mannschaft 1994 und 1996 Meister in Russland, respektive der GUS, sowie 1995, 1997 und 2005 Vize-Meister. Darüber hinaus gewann dieses Team 2006 den IIHF Continental Cup – als erstes russisches Team – und bereits 1997 den Europapokal. Lada war 1994 der erste Meister, der nicht aus Moskau stammte.
Der Club aus Togliatti (auch Toljatti) spielte die beiden ersten Saisons in der Kontinental Hockey League mit, nach einer vierjährigen KHL-Pause – weil die Wolgar-Arena zu klein geworden war – stieg Lada Togliatti 2014/15 wieder ins Rennen um die wichtigste Trophäe ausserhalb der NHL. Nun tritt die Mannschaft in der 6122 Zuschauer fassenden Lada-Arena an.
Beim SC Langenthal sorgt ein Verteidiger für Furore: Philip Ahlström. Der erst 20-Jährige Schwede ist bereits in der ersten Linie zu finden. Nicht selten macht er mit seinem knallharten Schuss auf sich aufmerksam. So etwa vor einigen Runden, als er beim Kampf gegen den EHC Winterthur von der blauen Linie aus traf.
Mit bereits elf Skorerpunkten ist er derzeit der dritterfolgreichste Verteidiger der ganzen Liga. Nur Jordane Hauert (Ajoie) und Leandro Profico (Lakers) sammelten noch mehr Zähler als der junge Schwede. Zudem ist er nur selten auf der Strafbank zu finden.
Gegenüber «zweiteliga.org» sagte Philip Ahlström vor kurzem, dass er es möge, dass die NLB, die zweite Eishockey-Liga der Schweiz, so ausgeglichen ist. «Ich mag, dass die Liga eng ist, das bedeutet, dass wir sehr gut spielen müssen. Und das jeden Abend.» Und auf die eigene Offensiv-Leistung angesprochen scherzt er: «Manchmal nenne ich mich selbst Stürmer.»
Als Junior spielte Ahlström in der Schweiz, beim HC Lugano. Nun, in der Nationalliga, kann er mit einer Schweizer Lizenz antreten. Beim SC Langenthal läuft sein Vertrag bis 2017. Wenn er so weiterspielt, dürfte er spätestens dann in die höchste Liga wechseln.
Philip Ahlström, Verteidiger beim SC Langenthal (Bild: zweiteliga.org).
Mit 4:0 gewinnt der EHC Olten gegen das Überraschungsteam HC Ajoie. Nicht weniger als neun verschiedene Spieler verteilen sich auf die insgesamt zwölf Skorerpunkte und Kevin Huber kommt zu einem Shut-out, obschon die Jurassier fünfmal ein Power-Play bestreiten können.
Raphael Kuonen lieferte nicht nur zwei Tore zur zwischenzeitlichen 4:1-Führung der Rapperswil-Jona Lakers. Er ist es auch, der sich durch den Ausgleich des Heimteams nicht entmutigen lässt, sondern vor über 3000 Zuschauern in der Litternahalle in Visp die erneute und diesmal vorentscheidende Führung zum 6:5 einleitet (Schlussstand 7:5).
Nicht zu bremsen war Dominic Forget beim HC La Chaux-de-Fonds. Mit vier Toren führte er das Team aus dem Neuenburger Jura zum 6:4-Sieg über einen wacker kämpfenden EHC Winterthur.