So wird die Swiss League 2018/19 – Kloten: Swiss League klingt wie Swiss

In wenigen Tagen beginnt die Saison 2018/19. «zweiteliga.org» blickt nach vorne, mit Facts und – mit einem Hauch Satire – wie sich die Teams im Laufe der Meisterschaft entwickeln könnten. Die Swiss League ist äusserst stark besetzt, mindestens sechs bis sieben Team sind grundlegende Kandidaten für die «Top 4».

 

Rang 1: EHC Kloten

Facts: Der EHC Kloten will es sich in der Swiss League nicht gemütlich machen, sondern möglichst umgehend wieder aufsteigen. Zuzüge wie etwa jener von Philipp Seydoux oder Fabian Sutter zeigen, in welche Richtung das Unternehmen gleich steuern will.

Im besten Fall: Kaum heisst das Unternehmen nicht mehr «Flyers» folgt der Höhenflug: Am 16. Januar 2019 bezieht Kloten seine einzige Niederlage der Saison gegen die GCK Lions. Mit 43 Siegen in der Qualifikation, 12 in den Playoffs und 4 in der Liga-Qualifikation sowie 5 im Cup setzt das Team eine neue, historische Bestmarke.

Im schlechtesten Fall: Nach Niederlagen gegen die Ticino Rockets und die EVZ Academy im Herbst wird den grössten Optimisten klar: Der Wiederaufstieg ist kein Selbstläufer. Zuletzt scheitert Kloten im Halbfinale. Wenigstens ist man auf dem Papier gerüstet – in einem Kommuniqué wird festgehalten: «Wie bleiben gerne eine weitere Saison in der Swiss League. Das klingt ja irgendwie wie Swiss.»

 

Rang 2: SC Langenthal

Facts: Gewichtige Abgänge wie Claudio Cadonau (SCL Tigers) oder Aurélien Marti (SC Bern) und weitere wurden durch gute Transfers wettgemacht (unter anderem kamen Simon Sterchi und Toms Andersons). Trainer Per Hanberg hat zudem das System verfeinert.

Im besten Fall: Das Team erreicht innerhalb von drei Jahren zum dritten Mal die Runde der letzten vier und holt den Titel zum dritten Mal innerhalb von acht Jahren. SCL-Geschäftsführer Gian Kämpf geht mit Vollgas in die Liga-Qualifikation: «Let’s make Langenthal great again.» In der Saison 2019/20 spielt Kloten deshalb wieder gegen Ambri … in der Swiss League.

Im schlechtesten Fall: Der SCL strauchelt von Pleite zu Pleite. Als im Spätherbst selbst die EVZ Academy eine Nummer zu gross ist, ruft SCL-VR-Chef Stephan Anliker zum Arbeitspraktikum: In Fronarbeit muss die erste Mannschaft das neue – eigentlich noch ferne liegende – Stadion gleich selbst zu errichten beginnen. Bis im Frühling ist ein erster Teil errichtet, der aussieht, wie ein Amphitheater – und in diesem wird als Open-Air-Spiel, das Viertelfinale gegen Kloten bestritten, da der SCL gerade noch die Playoffs schafft. Aufgrund der entstehenden Arena feiern die Fans die beiden 1:10 und 2:14 Niederlagen euphorisch wie den Gewinn der Meisterschaft.

 

Rang 3: EHC Olten

Facts: Der EHC Olten will ebenfalls zurück in die höchste Spielklasse. Im letzten Jahr wurde der Solothurner Express nach heftigen Querelen in der Qualifikation und dem anschliessenden Vordringen ins Finale durch Aufsteiger Rapperswil gestoppt. Auch für die laufende Saison hin stellt das Unternehmen eine schlagkräftige Mannschaft zusammen und könnte genauso gut auf Rang zwei landen.

Im besten Fall: Der EHCO rockt die Liga und kehrt in die höchste Spielklasse zurück, dies nach 25 Jahren NLA-Abstinenz.

Im schlechtesten Fall: Der EHCO dümpelt im hinteren Mittelfeld. Der einzige Lichtblick bilden die beiden Ausländer Bryce Gervais (Kanada) und Cason Hohmann (USA). Aber im Februar wird bekannt, dass der SC Langenthal die beiden zu sich transferiert, wie damals Jeff Campbell und Brent Kelly (obschon Gervais und Hohmann einen Vertrag mit Option haben).

 

Rang 4: EHC Visp

Facts: Das in Aussicht stehende neue Stadion vor Augen bringt Schwung in den EHC Visp. Zudem ist die Mannschaft um ein Jahr gereift.

Im besten Fall: Der Neuaufbau läuft schneller als geplant. In der neuen Lonza-Arena werden ab Herbst 2019 keine Swiss-League-Spiele ausgetragen, sondern der HC Davos, der SC Bern und die ZSC Lions sind zu Gast.

Im schlechtesten Fall: Die Walliser verlieren 19 der 20 ersten Spiele. Deshalb werden ab sofort in den Drittels-Pausen auf Grossleinwand die Triumphe über die SCL Tigers mit Alexei Kovalev gezeigt und die kommende Halle spendet Hoffnung auf bessere Zeiten.

 

Rang 5: HC La Chaux-de-Fonds

Facts: Der HCC dürfte daheim weiterhin stark sein. Gewichtige Abgänge wie beispielsweise der von Simon Sterchi (zu Langenthal) und Daniel Eigenmann (zu Olten) wurden kompensiert mit Zuzügen wie Alain Miéville (Lausanne) oder Philipp Wetzel (Biel). Das Team aus dem Neuenburger Jura dürfte erneut schlagkräftig sein.

Im besten Fall: Die Romands gewinnen jedes Heimspiel mit – im Schnitt – 8:4-Toren und verlieren auswärts in der Regel 5:6 nach Penaltys. Entsprechend spektakulär wird der Swiss League Final. Aber der Liga-Quali-Kracher gegen Servette geht dennoch verloren.

Im schlechtesten Fall: Die goldenen Jahre sind endgültig vorbei. Der HCC kämpft am Strich um den Einzug in die Playoffs. Um die Fans bei Laune zu halten, werden Sammelbilder früherer Legenden wie Michael Neininger in Umlauf gebracht – das heissblütige Publikum willigt letztlich ein, eine magere Saison in der Eiseskälte im Jura abzusitzen.

 

Rang 6: HC Thurgau

Facts: Der HC Thurgau legte vor ein paar Saisons den im Sport üblichen Drei-Jahres-Plan vor, an dessen Ende die Mannschaft jeweils ein Spitzenteam ist. Damals wurde der HCT belächelt – zu Unrecht: In der vergangenen Saison spielten die Ostschweizer bis zuletzt um den dritten Rang; auch wenn das zuletzt knapp nicht reichte. Warum trotz starken Zuzügen der HCT an dieser Stelle nicht in der Top vier liegt? Er tut es – bis und mit Ajoie zählen sieben Teams problemlos zu den Kandidaten für einen Rang, der Playoff-Heimrecht garantiert.

Im besten Fall: Jan Vogel und Nico Gurtner sind beide von Rapperswil gekommen, sie haben das Aufstiegs-Gen noch im Blut und führen nun den HCT in die höchste Spielklasse – und aus Versehen die Lakers zurück in die Swiss League. Reumütig kehren die beiden zu Rappi zurück und sorgen dort 2020 für den direkten Wiederaufstieg. Aufgrund der drei Aufstiege in Serie wird die Strasse vom Bahnhof zum Stadion per sofort in «Golden-Gurtner-Vogel-Strasse» umbenannt.

Im schlechtesten Fall: Die goldenen Jahre sind vorbei, ehe sie begonnen haben. Als im Januar alle drei Farmteams auf Playoff-Rängen liegen, während der HCT auf Rang neun liegt, kommt die zündende Idee: Auch «die Löien» werden zum Farmteam (von Lausanne HC (wegen dem schönen Löwen-Logo)), um in der Saison 2019/20 ebenfalls die Playoffs mit Schub aus der NL zu schaffen.

 

Rang 7: HC Ajoie

Facts: Matthias Joggi (kommt vom EHC Biel) und Dan Weisskopf (La Chaux-de-Fonds) sollen den HC Ajoie auch in dieser Saison ins Viertelfinale bringen. Dies kann den Jurassiern problemlos auch vom sechsten Platz aus gelingen. Ajoie erreichte in den letzten drei Jahren zweimal das Halbfinale (2018 und 2017) sowie einmal die Meisterschaft (2016).

Im besten Fall: Kein Gegner bleibt in der Ajoie-Defensivzone auf den Beinen. Die Jurassier räumen auf und ab wie in alten Tagen als die Mannschaft die meisten Strafminuten der Liga sammelte. Diesmal reicht es sogar für den Final-Sieg sowie die Liga-Quali. Diese wird gespielt obschon mit der Eishalle Voyeboeuf eh nicht aufgestiegen werden kann. Doch da die Mannschaft meist nur während total 15 Minuten pro Spiel mit gleich vielen Spielern auf dem Eis steht, hat der A-Vertreter leichtes Spiel … und Ajoie die Zusatzeinnahmen von zwei weiteren Spielen in der Kasse.

Im schlechtesten Fall: Tief im Herzen weiss es jeder HC Ajoie Anhänger: Das Finale und der HCA werden in dieser Saison nicht zusammenfinden. Weil aber das Team von Gary Sheehan erst in der 61. Minute – also der ersten Minute der Verlängerung – seine vierte Niederlage in der Verlängerung kassiert, spielt das Team ein paar Sekunden länger als der HCC, der ebenfalls nach vier Playoff-Spielen fertig ist. Zumindest dies gibt Anlass, beim HC Ajoie zu feiern.

 

Rang 8: EVZ Academy

Facts: Bereits in der zweiten Saison schaffte die EVZ Academy den Einzug in die Playoffs. Und in einem Fall standen – verletzungsbedingt – nicht weniger als sechs Academy-Spieler in den Reihen der ersten Mannschaft. Mit Jason O’Leary steht nun ein ausgewiesener Meistertrainer an der Bande, der es 2017 verstand, den SC Langenthal gegen die SCRJ Lakers zum Titel zu führen, welche eine Jahr später in ähnlicher Zusammensetzung den Aufstieg in die National League schafften.

Im besten Fall: Jason O’Leary zeigt es auch mit der Academy allen. Er stösst mit den Zentralschweizern bis ins Finale vor und muss sich dort dem SC Langenthal im siebten Spiel beugen. Jason wird dabei von beiden Fanlagern ausgiebig gefeiert.

Im schlechtesten Fall: Die EVZ Academy zahlt Lehrgeld, wird sogar von den Ticino Rockets abgehängt. Der EVZ wird Quali-Sieger und Playoff-Sieger: Damit bildet das Zentralschweizer Unternehmen eine Art Klammer im Schweizer Profi-Eishockey mit den Rängen 1 und 23.

 

Rang 9: EHC Winterthur

Facts: Michel Zeiter und sein Team arbeiten grundsolide am Aufbau, eines kontinuierlich wachsenden, soliden Hockeyunternehmens. Bisher wurden die Playoffs nicht erreicht, mit ein Grund ist, dass der Club langsam und ohne Abenteuer aufgebaut wird. Der Aufbau geschah weiter, allerdings ist der EHC Kloten, der öfters Spieler parkierte, nun selbst in der Swiss League ankommen. Sollte ein anderes Team patzern, ist Winti erstmals in den Playoffs zur Stelle.

Im besten Fall: Die sechstgrösste Stadt der Schweiz sorgt ein erstes Mal für einen sportlichen Knall und erreicht das Finale. Dort scheitert man zwar an Kloten, doch weil der Absteiger anschliessend direkt wieder aufsteigt, weiss Winterthur 2019/20 wieder einen verlässlichen B-Lizenz-Lieferanten in der NL.

Im schlechtesten Fall: Es wird wieder knapp um den Einzug in die Playoffs. Die GCK Lions und Winti kommen zuletzt auf gleich viele Punkte, das gleiche Torverhältnis und die gleichen Resultate in den Direktbegegnungen (das Heimteam gewinnt immer 3:1). Folglich muss das Los entscheiden. Aufgrund eines Druckerfehlers erscheinen die eigentlich abgeschlagen, auf dem elften Platz liegenden, Ticino Rockets auf dem Zettel. Aufgrund des Los-Reglements wonach das Los immer recht hat (Abschnitt 15, Paragraph 3c, 16h und 81f mit Unterziffer A12) ist der Entscheid unabänderlich und somit kommen die Rockets an Stelle des EHCW und der GCK Lions ins Viertelfinale. In einem nie dagewesenen Akt der Barmherzigkeit entscheidet der SIHF aber, dass die die Spieler beider Mannschaft für alle Heim- und Auswärts-Playoff-Spiele der Rockets nicht nur einen kostenlosen Eintritt erhalten, sondern darüber hinaus einen Bratwurst-Bon (inklusive Brot und Senf!) sowie ein Getränk.

 

Rang 10: GCK Lions

Facts: Die Ausganglage ist die gleiche wie 2017, 2016, 2015, 2014 (und 2019 wird es dasselbe sein): Alles was noch nicht beim ZSC spielt und unter 20 ist, spielt in der heimlichen U20-Nationalmannschaft der Schweiz, den GCK Lions. «Hier sieht man die Stars von Morgen», pflegt Pressechef Hans-Peter Rathgeb jeweils zu sagen – und damit stets recht zu behalten, kaum ein Team in der National League oder Swiss League hat nicht mindestens einen Spieler mit GCK-Vergangenheit in seinen Reihen.

Im besten Fall: Wieder einmal gelingt der «Mutter aller Farmteams» – wie alle immer mal wieder – zum Einzug in die Playoffs-Halbfinales sowie den Cup-Viertelfinal.

Im schlechtesten Fall: Zwar werden alle Grossen je einmal geschlagen (Kloten sogar zweimal), aber zuletzt reicht es nicht für die Playoffs.

 

Rang 11: Ticino Rockets

Facts: In der dritten Saison sind die Rockets näher an den anderen Teams, der Rückstand auf Rang zehn beträgt noch sieben Punkte. Auch in der laufenden Saison dürften Lugano und Ambri ihre Performance aufbessern, durch Spieler die bei den Rockets Spielpraxis sammeln.

Im besten Fall: Playoff-Teilnahme mit den Spielern der GCK Lions und des EHC Winterthur als Fans (Siehe «im schlechtesten Fall» beim EHC Winterthur).

Im schlechtesten Fall: Daran hat sich zum vergangenen Jahr nichts geändert: Im schlimmsten Fall steht das Team manchmal vor dem Gotthard im Stau – das wäre wohl schlimmer als der hinterste Tabellenplatz.

Daniel Gerber

Die Swiss Arena des EHC Kloten (Bild: zweiteliga.org).

Italien steigt mit Oltens Zanatta auf – und Schweiz kann gegen Grossbritannien Revanche nehmen

Bei der Weltmeisterschaft 2019 der höchsten Klasse sind diese beiden Aufsteiger aus der Division IA dabei: Italien, das mit drei Spielern aus zwei Schweizer-Ligen aufgestiegen ist, sowie Grossbritannien.

Italien gelingt der Aufstieg auch dank drei «Schweizern»: Mit Verteidiger Luca Zanatta vom EHC Olten stand ein Vertreter der Swiss League im Aufgebot des italienischen Teams. Dazu kommen zwei in der National League vertretene Sportler: Tommaso Goi vom HC Ambri-Piotta und Diego Kostner vom HC Lugano.

Italiens Eishockeynationalmannschaft erreichte den zweiten Rang in der Division IA. Den Gruppensieg errang Grossbritannien. England ist eines von nur acht Teams, welches eine der 81 Weltmeisterschaften für sich entscheiden konnte. Im «ewigen Medaillenspiegel» liegt das Team von der Insel auf dem siebten Rang (1mal Gold, 2mal Silber, 2mal Bronze), noch vor der Slowakei auf Position acht (1mal Gold, 2mal Silber, 1mal Bronze) und vor der Schweiz auf dem neunten Rang (0mal Gold, 2mal Silber, 8mal Bronze). Anno 1936 holte England Gold bei den Olympischen Spielen in Garmisch-Partenkirchen – das Turnier wurde zugleich vom internationalen Eishockeyverband als WM gewertet.

Sollte die Schweiz auf Grossbritannien treffen, kann die helvetische Auswahl eine historische Revanche nehmen. 1909 – im kommenden Jahr als exakt vor 110 Jahren – besiegte England gleich beim ersten Spiel der eigenen Auswahl die Schweiz mit 3:0 bei einem Spiel im französischen Chamonix.

Absteiger in die Division IB ist Polen.

Daniel Gerber

Luca Zanatta hier im Dress des EHC Olten (Bild: Pressedienst EHC Olten).

EHC Kloten als Kandidat für Swiss-League-Final

In den letzten Jahren waren stets kurz zuvor abgestiegene Teams jeweils im Finale der Swiss League (früher Nationalliga B) vertreten – seit 2004 sogar durchgehend (Ausnahme EHC Basel nach dem Abstieg 2008). So gesehen stehen die Chancen gut, dass der EHC Kloten nach doch sportlich mageren Jahren in der zweithöchsten Liga gesunden und das Projekt «Aufstieg» in Angriff nehmen kann.

Anbei die von «zweiteliga.org» herausgefilterte Übersicht der jeweiligen Finals seit der Einführung der Liga-Qualifikation in ihrer heutigen Form anno 1999 (in grüner Farbe die jeweiligen Aufsteiger). Zuvor waren die Gegebenheiten durch Aufstiegspools oder direkte Aufstiege anders.

2018: SC Rapperswil-Jona Lakers gewinnt gegen Olten 4:1

2017: SC Rapperswil-Jona Lakers verliert gegen Langenthal 3:4

2016: SC Rapperswil-Jona Lakers verliert gegen Ajoie 2:4

2015: SCL Tigers gewinnen gegen Olten 4:3

2014: SCL Tigers verlieren gegen Visp 3:4

2013: Lausanne HC gewinnt gegen Olten 4:0

2012: Lausanne HC verliert gegen Langenthal 2:4

2011: Lausanne HC verliert gegen Visp 0:4

2010: Lausanne HC gewinnt gegen Visp 4:1

2009: Lausanne HC gewinnt gegen La Chaux-de-Fonds 4:2

2008: EHC Biel gewinnt gegen La Chaux-de-Fonds 4:1

2007: EHC Biel gewinnt gegen Visp 4:2

2006: EHC Biel gewinnt gegen Sierre 4:1

2005: EHC Basel gewinnt gegen Sierre 4:0

2004: EHC Biel gewinnt gegen Sierre 3:2

2003: EHC Basel gewinnt gegen Visp 3:2 (war nicht kürzlich abgestiegen)

2002: Genf-Servette gewinnt gegen La Chaux-de-Fonds 3:0 (war nicht kürzlich abgestiegen)

2001: Lausanne HC gewinnt gegen Biel 3:0

2000: EHC Chur gewinnt gegen La Chaux-de-Fonds 3:2

1999: EHC Chur gewinnt gegen La Chaux-de-Fonds 3:1

Die Swiss Arena des EHC Kloten (Bild: zweiteliga.org).

Jan Mosimann schiesst Lakers wieder nach oben

Das Tripple ist geschafft: Cup-Sieg, Swiss-League-Meister und nun die Rückkehr in die National League.

Es ist geschafft: Erstmals in dieser Serie gewinnen die SC Rapperswil-Jona Lakers eine Verlängerung. Und diese bringt die St. Galler zurück in die höchste Spielklasse, während der EHC Kloten nach 56 Jahren in der höchsten Liga ab kommendem September in der Swiss League antreten muss.

Wie «zweiteliga.org» bereits nach dem ersten Spiel der Serie berechnet hat, gewinnt das Team, welches das erste Duell der Liga-Qualifikation für sich entscheidet, meistens auch die Serie: In 14 von 18 Fällen ist dies nun der Fall.

Die Lakers führten im siebten Spiel während rund 39 Minuten und sie lagen nie zurück. Wie bereits im vorangegangenen, sechsten Spiel erarbeitete sich der SCRJ ein Chancenplus, diesmal von 41:34 Schüssen; in den fünf ersten Matches kam Kloten in vier der fünf Vergleiche auf ein positives Verhältnis.

Daniel Gerber

Die SC Rapperswil-Jona Lakers, hier mit einem Treffer gegen den EV Zug im Cup-Viertelfinale (Bild: zweiteliga.org).

Chacenplus: Die Lakers haben es getan

Gestern schrieb «zweiteliga.org», dass der EHC Kloten in vier der fünf bisherigen Spielen ein Chancenplus erarbeitet hatte. Dieses war insgesamt sehr deutlich und führte dazu, dass die Zürcher mehr Tore schossen als die St. Galler, obschon Rappi pro Tor nur 13 Schüsse benötigte, während Kloten pro Treffer etwas mehr als 17 Geschosse braucht.

Jetzt, im Spiel sechs, lautete das Schussverhältnis 33:27 – und prompt erzielen die Lakers mit dem Mehr an Gelegenheiten auch einen Treffer mehr als das Team aus der Flughafenstadt. Corsin Casutt und Dion Knelsen brachten ihre Mannschaft mit 2:0-Toren in Führung, Vincent Praplan gelang noch im Mitteldrittel in Überzahl der Anschlusstreffer; bei diesem sollte es denn auch bleiben.

Somit wartet am Mittwoch der alles entscheidende siebte Match, der Show-down um den zwölften Platz in der höchsten Spielklasse.

Kloten führt 4:1 – Rappi kann aber 2:0 reichen

Noch vor drei Spieltagen sah es aus, als würden die SC Rapperswil-Jona Lakers durchmarschieren: 2:0 lag das Team vorne, selbst die Statistik stellte sich deutlich hinter die St. Galler: In 13 von 17 Liga-Qualifikationen setzte sich das Team durch, welches das erste Spiel für sich entscheiden konnte.

In einer nicht entscheidenden, aber in der Regel eben doch prägenden Wertung lag Kloten stets vorne: In der Anzahl Schüsse (stets aus Kloten-Sicht):

Spiel 1: 34:24 Schüsse – aber 4:1 für Rappi (gleich «Stolen Win»)

Spiel 2: 35:43 Schüsse – 4:0 für Rappi

Spiel 3: 67:44 Schüsse – 3:2 n.V. für Kloten

Spiel 4: 33:20 Schüsse – 4:0 für Kloten

Spiel 5: 44:38 Schüsse – 4:3 n.V. für Kloten

Insgesamt lautet das Schussverhältnis 213:169 für den EHC Kloten oder rund +9 pro Match. Aus diesem Plusverhältnis wussten die Zürcher bislang 3:2-Siege für sich einzufahren.

Die SC Rapperswil-Jona Lakers müssen ihre Offensivpower erhöhen. Im Schnitt nämlich braucht das Team von Trainer Jeff Tomlinson weniger Chancen um ein Tor zu erzielen, wie der EHC Kloten. Kloten braucht 17,75 Schüsse um einen Treffer im Gehäuse unterzubringen, Rappi nur deren 13 pro Tor. Zweimal das bessere Schussverhältnis zeigen könnte dem SCRJ zum Aufstieg reichen.

Die Swiss Arena des EHC Kloten (Bild: zweiteliga.org).

Das 43-Minuten-Nachsitzen half Kloten – Rappi diesmal nur von rechts

Rund 43 Minuten lassen sich die beiden Teams in Spiel drei der Liga-Qualifikation gegenseitig nachsitzen. Dann erst fällt der Entscheid durch das Tor von Denis Hollenstein zugunsten des EHC Kloten. Die SC Rapperswil-Jona Lakers scheinen ihre Kräftereserven etwas weniger schnell gefüllt zu haben (immerhin sprechen wir leistungsmässig von etwas rund 1,7 Spielen, die am Dienstag am Stück absolviert worden waren).

Kloten liefert nun im vierten Duell 4:0 Tore und 33:20 Schüsse. In den ersten 40 Minuten kamen 12 der abgefeuerten Geschosse direkt auf das Tor – alle waren übrigens von der Mitte aus, bis rechts abgefeuert worden; und davon zehn aus der Nähe (nicht von weiter als ungefähr der Höhe von Mitte Bully-Kreis entfernt). Nur zwei Geschosse, die auch auf das Tor kamen, wurden weiterhinten abgefeuert (von Jeremy Morin und Josh Primeau). Kloten lieferte bereits im ersten Drittel 14 Schüsse auf das Tor. Zwei fanden den Weg hinein, die anderen zwölf wurden von allen Positionen aus abgegeben, von links, aus der Mitte und von rechts. So wie aus nah und fern. Das gleiche gilt im Mitteldrittel. Diesmal fanden von zwölf Kloten-Schüssen zwei den Weg ins Netz, auch diesmal wurden die Geschosse von überall her abgefeuert (links, zentral, rechts, nah und fern). Dies die Bilanz der beiden ersten Drittel, in denen auch sämtliche vier Tore fielen. Diesmal war Kloten wohl einfach etwas frischer und in der Schussabgabe vielfälltiger.

Die Spieler des SC Langenthal beim Einlauf ins Stadion (Bild: zweiteliga.org).

103 Minuten: Schweizer-Rekord-Spiel – Zuschauer erhielten 45 Minuten «aufgebrummt»

Auch beim erneut längsten Spiel der bisherigen Schweizer-Geschichte ist ein Swiss-League-Team beteiligt. Nach 102:32 Minuten trifft Denis Holenstein zum Sieg für den EHC Kloten. Somit verkürzt seine Mannschaft auf 1:2 in der Liga-Qualifikation.

Der bisherige Rekord wurde am 21. März erspielt, als sich der EHC Olten und der SC Langenthal 87:24 Minuten duelliert hatten. Davor war erstmals ein Spiel nach dem neuen Modus (ohne wartendes Penaltyschiessen) in eine zweite Verlängerung gegangen, dies im Playoff-Viertelfinale zwischen den SC Rapperswil-Jona Lakers und der EVZ Academy; dieses Spiel dauerte 81:46 Minuten (Siehe Bild).

 

Zuschauer erhielten 45 Minuten aufgebrummt

Als das Spiel zu Ende war, notierten die Historiker 0:29 Uhr Ortszeit. Doch eigentlich hätte das Spiel deutlich früher enden können. Dann nämlich, wenn die Anspielzeit wie gewohnt 19:45 Uhr und nicht 20:15 Uhr gelautet hätte (30 Minuten hätten «gespart» werden können) und die Drittelspausen 15 statt 18 Minuten dauern würden. Bei fünf Pausen à drei Minuten «Nachsitzen» wären somit 15 Minuten weniger zusammengekommen. Oder total 45 Minuten. Dann wäre das Spiel bei gleicher Länge um 23:44 Uhr zu Ende gegangen.

 

Trotz Sieg: Kloten nicht im Torrausch

In einen Torrausch gespielt hat sich der EHC Kloten gegen die SC Rapperswil-Jona Lakers auch im dritten Vergleich nicht: Erst in der 39. Minute gelingt den Zürchern der Ausgleich; dies nachdem das Team bereits 32 Minuten einem Rückstand hinterhereilte. Und auch das zweite Tor ist ein Ausgleichstreffer, diesmal gelingt die Reaktion rund drei Minuten nach dem erneuten Rückstand.

Das erste Spiel in der Schweiz, das in ein fünftes Drittel ging: SCRJ Lakers gewinnen nach 81:46 Minuten gegen die EVZ Academy (Bild: zweiteliga.org).

SCRJ Lakers gegen NLA-Teams: 15:0 Punkte, 29:4 Tore!

Die SC Rapperswil-Jona Lakers lassen in dieser Saison den Gegnern aus der höchsten Spielklasse keine Chance. Zum zweiten Mal gelang dem EHC Kloten vor dem Tor der SCRJ Lakers nur wenig. Die Teams aus der National League tun sich schwer gegen das Team vom Obersee: Im Cup «bodigten» die St. Galler zuerst die den HC Lugano im Achtelfinale mit 5:1 Toren. Im Viertelfinale folgte ein 5:1 über den EV Zug, der nicht nur in Bestbesetzung angetreten war, sondern der auch den Cup-Sieg anstrebte: Denn kurz zuvor war man aus der Champions-League ausgeschieden und einen Titel wollten die Zentralschweizer holen. Im Finale traten die Lakers auf ein weiteres Team aus der höchsten Spielklasse: Davos wurde bekanntlich mit 7:2 abgefertigt.

Und nun Kloten mit zuerst 4:1 und jetzt 4:0. Rappi gegen die «NLA»: 29:4 Tore und 15:0 Punkte. Wenn es so weitergehrt würde die Mannschaft vielleicht besser gleich in die KHL wechseln …

Kloten muss sich etwas einfallen lassen, wenn das Rappi-Tripple – es wäre des erste in der Schweizer Eishockey-Geschichte – nicht sogar schon am kommenden Donnerstag real werden soll, nämlich: Cup-Sieg, Swiss-League-Titel und Aufstieg.

Die SC Rapperswil-Jona Lakers, hier mit einem Treffer gegen den EV Zug im Cup-Viertelfinale (Bild: zweiteliga.org).

Dank Statistik: Lakers mit mindestens eineinhalb Beinen in National League

Die Zahlen meinen es gut mit den SC Rapperswil-Jona Lakers. «Zweiteliga.org» ist die Liga-Qualifikationen durchgegangen und hat eine besondere Eigenheit entdeckt: Seit die Liga-Qualifikation 1999 in der heutigen Form eingeführt worden ist (davor gab es meist Aufstiegspools mit mehreren Teams), gewann in aller Regel das Team die Serie, welches das erste Spiel in der Liga-Qualifikation gewonnen hat. Nur viermal konnte sich die Mannschaft durchsetzen, welche das erste Spiel verloren hat. Ab 2002 gelang dies nur noch zweimal.

Da die Lakers den Start für sich entschieden haben, wird es für Kloten so gesehen noch enger, als es ohnehin schon ist.

 

Die Chronologie – das NLB (respektive Swiss-Leageu-Team ist jeweils zuerst genannt):

2017: Langenthal gegen Ambri: 0:4. Ambri entschied – wie dem Resultat nur unschwer zu entnehmen ist, den ersten Match für sich.

2016: Keine Liga-Qualifikation, da der HC Ajoie keinen Lizenzantrag gestellt hatte.

2015: SCL Tigers gegen Lakers: 4:0. Die Tigers – auch hier lässt es das Resultat erahnen – gewannen das erste Spiel.

2014: Visp gegen Biel: 1:4. Biel gewinnt das erste Spiel und die Serie.

2013: Lausanne gegen SCL Tigers: 4:2. Die Tigers gewinnen das erste Spiel, verlieren die Serie aber.

2012: Langenthal gegen Ambri: 1:4. Ambri gewinnt das erste Spiel und die Serie.

2011: Visp gegen Ambri: 1:4. Ambri gewinnt das erste Spiel und die Serie.

2010: Lausanne gegen Biel: 3:4. Biel gewinnt das erste Spiel und die Serie.

2009: Lausanne gegen Biel: 3:4. Lausanne gewinnt das erste Spiel, verliert aber die Serie.

2008: Biel gegen Basel: 4:0. Biel gewinnt das erste Spiel und die Serie.

2007: Biel gegen SCL Tigers: 1:4. Die Tigers gewinnen das erste Spiel und die Serie.

2006: Biel gegen Fribourg: 2:4. Fribourg gewinnt das erste Spiel und die Serie.

2005: Basel gegen Lausanne: 4:3. Basel gewinnt das erste Spiel und die Serie.

2004: Biel gegen Lausanne: 0:4. Lausanne gewinnt das erste Spiel und die Serie.

2003: Keine Liga-Qualifikation gespielt.

2002: Servette gegen Chur: 4:0. Servette gewinnt das erste Spiel und die Serie.

2001: Lausanne gegen La Chaux-de-Fonds: 4:2. Lausanne verliert das erste Spiel, gewinnt die Serie aber trotzdem.

2000: Chur gegen Rapperswil: 1:4. Rapperswil gewinnt das erste Spiel und die Serie.

1999: Chur gegen Langnau: 3:4. Langnau verliert das erste Spiel, gewinnt die Serie aber dennoch.

Daniel Gerber

Die Rapperswil-Jona Lakers im Cup-Viertelfinal 2017 (Bild: zweiteliga.org).