Warum Grossbritannien im Medaillenspiegel immer noch vor der Schweiz liegt

Vor Beginn der Eishockey-Weltmeisterschaft 2021 in Riga (Lettland) findet sich im ewigen Medaillenspiegel Grossbritannien immer noch vor der Schweiz – und dies sogar um zwei Ränge. Die Equipe von der Insel findet sich auf dem siebten Rang (1mal Gold, 2mal Silber, 2mal Bronze).

Damit liegt Grossbritannien noch vor der Slowakei, die auf Position acht liegt (1mal Gold, 2mal Silber, 1mal Bronze). Und die Schweiz? Die Eisgenossen liegen auf dem neunten Rang (0mal Gold, 3mal Silber, 8mal Bronze).

England holte seine Gold-Medaille anno 1936 bei den Olympischen Spielen in Garmisch-Partenkirchen – das Turnier wurde zugleich vom internationalen Eishockeyverband als WM gewertet; das Teilnehmerfeld bestand aus 15 Mannschaften an der Endrunde, nur eine Mannschaft weniger als nun in Lettland. Und die Silber-Medaillen sackten die Briten 1937 und 1938 ein sowie Bronze in den Jahren 1924 und 1935, bei der Schweizer Heim-WM in Davos … wo die Schweiz Rang zwei belegte und Kanada den Titel nach Hause trug.

Die Schweiz verpasste in der gleichen Epoche den Titel mehrfach: In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg war die Schweiz – gleich wie England – fünfmal in der Top-3 vertreten; doch zum Titel reichte es nie. Neben Silber in Davos 1935 schaffte die Schweiz noch vier dritte Ränge: 1928 (in St. Moritz), 1930, 1937 und 1939. Aber ein WM-Sieg gelang in dieser Phase nur einmal den Briten und einmal der USA, die restlichen Titel gingen allesamt an Kanada.

Sollte die Schweiz an der WM 2021 nun auf Grossbritannien treffen (was in der Vorrunde nicht möglich ist) kann die helvetische Auswahl eine historische Revanche nehmen. Anno 1909, vor 112 Jahren, verlor die Schweiz gleich das offiziell allererste Länderspiel mit 0:3-Toren im französischen Chamonix gegen England.

Daniel Gerber

Grossbritannien holte 1936 Gold – die Schweiz will das neunte Land werden, das den Titel holt (Bild: zweiteliga.org).
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