Die Hockeycracks aus den Emiraten

Sie sind die Hockey-Macht aus 1000 und eine Nacht: Die Vereinigten Arabischen Emirate holten in den letzten Jahren zweimal Gold am Asien-Cup Gold und viermal Silber. Seit wenigen Jahren stellt sich das Team aus der Wüste nun der westlichen Konkurrenz – mit zunehmendem Erfolg.

Machten die Punkte bei den beiden ersten WM-Teilnahmen noch einen diskreten Bogen um das Team von der Arabischen Halbinsel, so konnte die Equipe an den letzten beiden WM-Turnieren der Division III jeweils je einen Sieg erringen.

Nationalmannschaft-Verteidiger Faisal al-Suwaidi ist ein Hockeycrack der ersten (Emirate-)Stunde. «Schon als Kind war ich auf der Eisbahn», erinnert er sich im Gespräch mit «zweiteliga.org», der wie alle anderen Nationalspieler gebürtiger Emirati ist; die Spieler sind nicht eingebürgerte Kanadier sondern hören auf Vornamen wie Ahmed, Khalifa, Nasser, Omar oder Saleh

Tricks im Internet gesehen

In den USA sah Faisal Eishockeyspiele und war begeistert. Bei der Rückkehr engagierte er sich für diesen Sport. «2001 starteten wir dann in Abu Dhabi ein Team.» Das sei schwierig gewesen, wegen der teuren Ausrüstung und weil Fussball viel populärer ist. Doch 2006 bestanden Clubs und ein Nachwuchsprogramm. «Die Kids schauen die Tricks bei „Youtube“ ab und setzen sie um.» Das zeige, dass jeder Eishockey spielen kann. «Ich bin ein Spieler aus der Wüste und kann es!»

Die heimische Liga besteht aus fünf Mannschaften, sie heissen unter anderem Dubai Mighty Camels, Abu Dhabi Scorpions, Al Ain Vipers und Al Ain Theeps.

WM bald in der Wüste?

Die Scheichs wollen bald eine WM durchführen, schon für 2015 wurde ein Gesuch eingereicht, der Zuschlag ging aber an die Türkei: «Wir hoffen, dass wir die Weltmeisterschaft 2015 bei uns austragen können um unseren Leuten diesen Sport zu zeigen. Wir bringen den World Cup nach Hause», blickt Faisal al-Suwaidi nach vorn. «Wir spielen mit Herz und wollen unsere Flagge zeigen.»

Auch Bahrain, Katar, Kuwait, Oman und Saudi-Arabien werden von der Freude am Eis angesteckt. «Unser Management versucht sie zu pushen. Alle haben nun eine Nationalmannschaft. Es ist wie ein Schlüssel, den man noch drehen muss.» Auch ein «Arab Cup» soll aufgebaut werden.

In der Weltrangliste, die gegenwärtig 50 Teams umfasst, liegen die Vereinigten Arabischen Emirate, auch VAE, derzeit auf dem 44. Rang.

«Ice Hockey is coming home»

Drei Eishallen stehen in den Emiraten, ein viertes Feld ist einem Einkaufszentrum angesiedelt. «Die Liga-Spiele werden auf dem Eisfeld in einem Shopping-Center ausgetragen. So lernen die Leute den Sport kennen. Sie mögen ihn, weil er so schnell und komplex ist», bilanziert Faisal al-Suwaidi.

Herzig: die Jugendliga «Dubai Sandstorms». Auch scheint das Land höfflich gegenüber Frauen zu sein, das einzige Damen-Club-Team wird nicht – wie bei den Männern – «Camels», «Scorpions», «Vipers» oder «Storms» genannt, sondern ungleich galanter: «Dubai Gazelles».

Würde eine der nächsten WM-Turniere in den Emiraten ausgetragen, würde dies – bei so viel Herzblut – bedeuten: «Ice Hockey is coming home!»

Faisal al-Suwaidi, Verteidiger der Vereinigten Arabischen Emirate (Bild: zweiteliga.org).
Faisal al-Suwaidi, Verteidiger der Vereinigten Arabischen Emirate (Bild: zweiteliga.org).
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