Der FC Thun mit fünf Broten und zwei Fischen

Der FC Thun ist als Aufsteiger Schweizer Meister. In einer Liga, in der die Favoriten den Titel unter sich ausmachen. Und doch ist es passiert: Erst zum zweiten Mal in der Geschichte holt ein Aufsteiger den Titel. Dies erinnert gleichnishaft an ein historisches Ereignis.

Die Tiel im laufenden Jahrtausend gingen in der Super League an die vier grosse Namen des Schweizer Fussballs: 13mal an den FC Basel, 6mal an YB, 4mal an den FC Zürich und 2mal an GC. Anno 1952 holte GC übrigens einst den Meistertitel als Aufsteiger.

Der FC Thun kommt aus der Tiefe, aus der Realität der zweiten Liga. Aus kalten Abenden, leeren Rängen, Spielen ohne Bedeutung für den Rest der Welt. Ein Klub ohne Anspruch auf meisterliche Grösse. Ohne Verpflichtung zur Geschichte. Und genau das ist der Vorteil, denn wer nichts verteidigen muss, kann alles angreifen.

Jeder Sieg ein «Affront»

Die Grossen spielen um ihren Status. Um ihr Image. Um das, was sie zu verlieren haben. Der FC Thun spielt um nichts – und genau deshalb um alles. Ohne Angst. Ohne Sicherheitsnetz. Jeder Punkt ein «Diebstahl». Jeder Sieg ein «Affront» gegen die Ordnung. Und die Ordnung beginnt zu wanken.

Der FC Thun bringt in diese Saison nicht die Fülle der Grossen mit. Sondern etwas sehr Begrenztes: ein Kader, das auf dem Papier zu klein wirkt, zu unerfahren, zu unscheinbar.

Und genau hier setzt unsere Allegorie an – der Vergleich mit der Speisung der Fünftausend in der Bibel. Und damit beginnt die eigentliche Deutung.

Fünf Brote und zwei Fische

Fünf Brote und zwei Fische sind nicht nichts. Aber sie sind offensichtlich zu wenig für das, was bevorsteht. So wie Thun: nicht chancenlos, aber klar unterdimensioniert für einen Titelkampf. So auch in der Bibel, die Jünger konnten fünf Brote und zwei Fische auftreiben. Jesus vollbrachte anschliessend ein Wunder und somit konnten alle Anwesenden gesättigt werden.

Im übertragenen Sinn arbeitete auch der FC Thun mit dem wenigen, was da war; mit seinen fünf Broten und zwei Fischen. Und am Ende reichte es für ein Fussball-Wunder. Die Arbeit des FC Thun und auch die Bibel: Beide sind einen zweiten Blick wert!

Der Senkrechtstarter aus dem Aargau: FC Aarau sorgt für Start-Rekord

Der FC Aarau schraubt die Bestmarke nach oben: Noch nie gewann ein Team in der Challenge League zum Start sieben Mal in Folge. Nun wartet YB im Cup (20. September) sowie in der Meisterschaft Etoile Carouge (26. September).

Senkrechtstarter FC Aarau: Mit dem 1:0-Sieg im Spitzenspiel gegen den FC Vaduz setzt der FCA eine neue Bestmarke in der Challenge League: Noch nie konnte eine Mannschaft die ersten sieben Spiele allesamt gewinnen. Der Vorsprung auf den zweitplatzierten FC Vaduz ist mittlerweile auf sieben Zähler gewachsen.

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Eintracht Innerschweiz gegen Dynamo Rest-Helvetien

Der SC Kriens und der FC Luzern kämpfen an den letzten drei Spieltagen fast ausschliesslich gegen die besten Mannschaften der Schweiz – und für beide Teams geht es noch um sehr viel.

Der SC Kriens muss in Runde 34 auswärts gegen den FC Aarau (Rang 2) antreten, in Runde 35 ist Lausanne-Sport (Rang 3) zu Gast und in Runde 36 müssen die Innerschweiz in Genf beim Aufsteiger Servette ran. Für den SC Kriens geht es noch um den Liga-Erhalt während zwei der direkten Konkurrenten noch um den Barrage-Platz kämpfen.

Der FC Luzern muss in Runde 34 beim Tabellenzweiten FC Basel antreten, in Runde 35 kommt der FC Zürich und Runde 36 geht es zu Meister YB. Der FC Luzern kämpft darum, den direkten Einzug in die Europa League zu schaffen, während YB und Basel die Ränge längst bezogen haben. Der FC Zürich liegt vor Beginn der Runde 34 nur drei Punkte hinter einem europäischen Rang

Viel Feind, viel Ehr für die Innerschweizer-Teams: «Zweiteliga.org» formte deshalb exklusiv die Eintracht Innerschweiz, welche es mit Dynamo Rest-Helvetien zu tun bekommt (auch der Name Torpedo oder Traktor standen zur Debatte).

Die Ausgangslage: In den Runden 34 bis 36 kann die Eintracht Innerschweiz total in sechs Spielen 18 Punkte holen. Doch die Gegner liegen auf den Rängen 1 (2mal), 2 (2mal), 3 (1mal) und 7 (1mal). Ein noch schwierigeres Schlussprogramm hätte der SC Kriens und die Nachbarstadt FC Luzern kaum «fassen» können.

Der Spielplan

15.5.19 FC Aarau – SC Kriens 1:1

15.5.19 FC Basel – SC Luzern 3:2

22.5.19 FC Luzern – FC Zürich

23.5.19 SC Kriens – Lausanne-Sport

25.5.19 YB – FC Luzern

26.5.19 Servette – SC Kriens

Die Tabelle

  1. Dynamo Rest-Helvetien              2 Spiele, 4:3 Tore, 4 Punkte
  2. Eintracht Innerschweiz                2 Spiele, 3:4 Tore, 1 Punkt

(Update folgt nach jedem Spieltag)

Daniel Gerber

Die Swisspor-Arena des FC Luzern (Bild: Wikipedia/chrisaliv).

Nur 5 von 15 Clubs im Plus

In der schweizerischen Super League verfügen nur drei der zehn Teams über ein positives Torverhältnis, in der Challenge League sogar nur deren zwei! Keiner der übrigen 15 Vereine kommt zumindest auf eine ausgeglichene Bilanz, sie blicken samt und sonders auf ein negatives Verhältnis, also 75 Prozent der Clubs der beiden Top-Ligen in der Schweiz.

Besonders heftig sieht dies in der Challenge League aus. Aufstiegsaspirant Lausanne-Sport ist mit 20 Treffern im Plus und der Tabellenzweite FC Wil mit elf Toren. Die anderen Clubs sind samt und sonders im Minus, selbst der Tabellendritte Xamax mit -2, aber Schlusslicht FC Chiasso ist «nur» mit -4 im negativen Bereich. Mit ein Grund dürfte sein, dass die Teams der Ränge 3 bis 10 sich auf nur sieben Punkte verteilen, somit sehr ausgeglichen sind und es dadurch nur wenig bedarf, damit alle knappt im Minus sind.

In der Super League ist das Verhältnis ähnlich: Basel (+30), GC (+10) und YB (+8) sind mit zusammengezählt 48 Treffern im Plus, dahinter haben alle ein negatives Torverhältnis. Selbst der FC Luzern, der mit Platz vier auf einem europäischen Rang liegt (-4).

Daniel Gerber ist freier Mitarbeiter bei «zweiteliga.org» (Bild: zVg).
Daniel Gerber ist freier Mitarbeiter bei «zweiteliga.org» (Bild: zVg).