GC, FC Thun und FC Aarau liefern engstes Spitzenduell seit rund einem Jahrzehnt

GC, der FC Thun und der FC Aarau liefern sich das spannendste Titelrennen seit der Einführung der Zehner-Liga: Seit der Saison 2012/13 umfasst die Challenge League zehn Mannschaften. Diese Grafik von zweiteliga.org zeigt: Nie war das Meisterschaftsrennen so eng wie diesmal. Meist liegen zwar die Ränge zwei und drei nahe zusammen, aber zwischen dem ersten und dem zweiten Platz findet sich oft eine grosse Kluft. Der höchste Vorsprung (durch Xamax) liegt bei 21 Zählern, der bisher knappste bei 7 (FC Lugano). So knapp wie diesmal war es bislang noch nicht – anbei die Übersicht (siehe auch Grafik).

  • 2012/13: FC Aarau mit 12 Punkten Vorsprung: In der Saison 2012/13 stieg der FC Aarau mit einem Vorsprung von 12 Zählern auf AC Bellinzona in die Super League auf.
  • 2013/14: FC Vaduz mit 9 Punkten Vorsprung: In der Saison 2013/14 setzte sich der FC Vaduz mit neuen Punkten gegenüber dem ersten Verfolger, dem FC Lugano durch, dieser lag einen Punkt vor dem FC Wil.
  • 2014/15: FC Lugano mit 7 Punkten Vorsprung: In der Saison 2014/15 gelang dem FC Lugano die Promotion mit sieben Zählern vor Servette Genf.
  • 2015/16: FC Aarau mit 11 Punkten Vorsprung: In der Saison 2015/16 erfreute sich Lausanne-Sport an einem Elf-Punkte-Vorsprung vor dem zweitplatzierten Xamax.
  • 2016/17: FC Zürich mit 12 Punkten Vorsprung: In der Saison 2016/17 enteilt der FC Zürich der Konkurrenz mit 12 Punkten Vorsprung auf Xamax sowie 23 auf Servette.
  • 2017/18: Xamax mit 21 Punkten unerreichbar: In der Saison 2017/18 war Xamax mit 21 Punkten Vorsprung für die Konkurrenz ganz einfach nicht erreichbar.
  • 2018/19: Servette mit 15 Punkten Vorsprung: In der Saison 2018/19 liegt Servette mit 15 Punkten gegenüber dem FC Aarau zuletzt auf dem ersten Platz.
  • 2019/20: Lausanne-Sport mit 9 Punkten Vorsprung: In der Saison 2019/20 setzte sich Lausanne-Sport mit neun Zählern gegenüber dem FC Vaduz durch.
  • 2020/21: GC könnte eine Runde vor Schluss noch abgefangen werden: Eine Runde vor Schluss liegt GC nur um einen Zähler vorne und könnte den direkten Aufstiegsrang noch an den FC Thun verlieren.
Noch nie seit Einführung der 10er-Liga war der Schlussspurt so spannend (Grafik: zweiteliga.org).

Grafik zeigt: FC Thun und FC Schaffhausen können GC auf Schlussgerade abfangen

Rekordmeister GC ist auf dem Weg in die Super League ins Stocken gekommen: Der FC Thun und auch der Drittklassierte FC Schaffhausen könnten die Grasshopper noch abfangen, wie unsere Grafik zeigt. Ein paar Facts im Round-up zur Challenge League Runde:

  • GC zieht davon – nach 22 Runden war noch alles in Ordnung: Nach 22 Runden schien bereits vieles klar: GC führte mit sechs Punkten vor dem FC Schaffhausen und mit sieben vor dem FC Thun.
  • GC verwaltet – nach 29 Runden ist der Vorsprung erhalten geblieben: Bis und mit der 29. Runde konnten die Zürcher den Vorsprung beibehalten. Die sechs Punkte Vorsprung auf den zweiten Platz blieben, inzwischen lag der FC Thun auf diesem Rang und der FC Schaffhausen lag bereits zwölf Zähler zurück.
  • GC gerät ins Stocken – plötzlich wird es wieder eng: In den letzten vier Runden holt GC nur noch vier Zähler wie die Grafik von zweiteliga.org zeigt. Der Vorsprung ist rapide geschrumpft. Und der FC Thun liegt nur noch drei Punkte zurück und der FC Schaffhausen noch deren sieben. Vor allem die Berner Oberländer könnten die Zürcher bei weiteren Fehltritten noch abfangen.
  • Das Schlussprogramm: Runde 34: GC muss auswärts beim FC Winterthur ran, der FC Schaffhausen reist zum FC Thun zum Direktduell der Verfolger – da sich der FCS und der FCT hier automatisch nicht nur Punkte «geben» sondern auch «nehmen», ist ein Rückfall von GC auf den dritten Rang rechnerisch noch möglich aber unwahrscheinlicher als ohne diese Direktbegegnung. Runde 35: GC muss zum anderen Absteiger, zu Xamax, der FC Thun empfängt den FC Aarau und der FC Schaffhausen den FC Chiasso. Runde 36: GC empfängt den SC Kriens, der FC Schaffhausen gastiert beim FC Winterthur und der FC Thun reist zum FC Wil.
  • Die besten Torschützen: 1. Rodrigo Pollero (18 Tore / FC Schaffhausen). 2. Louis Mafouta (15 Tore / Xamax).  3. Yanis Lahiouel (12 Tore / Stade Lausanne) und Ivan Prtajin (12 Tore / FC Schaffhausen). 5. Roman Buess (11 Tore / FC Winterthur).
  • Die Tabelle: 1. GC 33 Spiele/61 Punkte. 2. FC Thun 33/58. 3. FC Schaffhausen 33/54.  4. FC Aarau 33/52. 5. Stade-Lausanne 33/51. 6. FC Winterthur 33/40. 7. FC Wil 33/36. 8. SC Kriens 33/35. 9. Xamax 33/34. 10. FC Chiasso 33/32.

GC verabschiedet sich mit Knall aus Super League – Aarau mit Barrage vor Augen

Beim FC Luzern liegt GC mit 0:4-Toren zurück, da erzwingen Besucher aus dem Gästeblock den Spielabbruch. Der Rekordmeister wendet sich mit Pauken und Trompeten in Richtung Challenge League. In dieser hat der FC Aarau Oberhand gewonnen: 2019 ist der FCA das erfolgreichste Team der Challenge League. Einige spannende Facts der Runde:

  • Shirts abgegeben: Jetzt ist es definitiv, nach 70 Jahren in der höchsten Spielklasse steigt Rekordmeister GC in die Challenge League ab. Mit einem Knall. Erneut sorgen die Stadtzürcher für einen Spielabbruch. Nach Verhandlungen der Chaoten mit der Vereinsführung mussten die bereits in die Kabine geschickten Spieler hingehen und gedemütigt ihre Shirts abgeben.
  • 0:3 statt 0:4: Möglich, dass die Partie nun 0:3-Forfait gewertet wird, statt 0:4 (aus GC-Sicht), wie der Spielstand vor dem Abbruch lautete. Dann hätten die Zürcher-Fans noch eine gewisse Gesamt-Torverhältnis-Kosmetik betrieben: -30 statt -31 bei einem gegenwärtigen Stand von -27 … wobei der Imageschaden und die Verluste aus wirtschaftlichen Sanktionen sowie die Mindereinnahmen wegen angeekelt fernbleibenden, potentiellen Matchbesucher ein teurer Tausch sind.
  • Nummer 1 im Jahr 2019: Der FC Aarau ist nach 15 im laufenden Jahr ausgetragenen Spielen die Nummer 1 der Liga, mit 34 Punkten, noch vor Servette mit 33 Zählern und Lausanne mit 26.
  • Barrage vor Augen: Der FC Aarau siegt beim FC Schaffhausen mit 2:1 während Servette mit 3:1 gegen Lausanne-Sport triumphiert – somit tauschen die Aargauer mit den Waadtländern die Plätze: Drei Runden vor Schluss hat das Team von Patrick Rahmen die Barrage vor Augen.
  • Sieben Teams aus Super League gefährdet: Nur noch drei Runden sind zu spielen und noch sieben Vereine sind auf den ersten Blick Barrage-gefährdet, da Xamax (Rang 9) und Sion (Rang 8) noch eine hohe Punktzahl aufholen müssen, sind Thun und Luzern eigentlich nicht mehr einholbar. Anders St. Gallen, Lugano, Zürich und Sion.

Daniel Gerber

Die AFG Arena des FC St Gallen (Bild: Wikipedia/Brian Kohn).