Die Eisgenossen als Gegenentwurf des SC Langenthal

Fünfmal im WM-Final, fünfmal verloren. Die Schweizer Nationalmannschaft werden zu Zweitgenossen. Die Eisgenossen sind eine Art Gegenentwurf zum SC Langenthal: Der SCL stand dreimal im Finale der Swiss League und siegte immer.

Es ist das sechste WM-Silber für die Schweiz. Fünf von fünf Finals wurden verloren (1935 noch wurden die Medaillen mittels einer Finalrunde vergeben, die Schweiz rangierte sich hinter Kanada auf Platz zwei ein).

Die Finals der Schweiz im Überblick:

2013: 1:5-Niederlage gegen Schweden, nach 1:0-Führung durch Roman Josi in der 5. Minute.

2018: 2:3-Niederlage nach Penalty-Schiessen erneut gegen Schweden. Timo Meier traf in der 24. Minute (23:13) zur 2:1-Führung.

2024: 0:2-Niederlage gegen Tschechien.

2025: 0:1-Niederlage gegen die USA nach Verlängerung (Tor nach 62:02 Minuten).

2026: 0:1-Niederlage gegen Finnland nach Verlängerung (Tor nach 70:42 Minuten).

Die Tore fehlen

Die Schweiz spielte also inklusive Verlängerungen (gegen Schweden dauerte die Verlängerung 20 Minuten, dann folgte ein Penalty-Schiessen) 332:44 Spielminuten. Das Torverhältnis aus diesen Matches: 3:12 Treffer.

Und seit 229:31 Minuten wartet die Schweiz überhaupt auf ein WM-Finaltor (abgesehen von einem Treffer im Penalty-Schiessen gegen Schweden).

Gegenentwurf zum SC Langenthal

Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft ist so etwas wie der Gegenentwurf zum SC Langenthal. Wenn die Schweiz in den Final kommt, setzt sich stets der Gegner durch: Zweimal Schweden und je einmal Finnland, die USA und Tschechien.

In der Swiss League ist der SC Langenthal dreimal ins Finale gekommen. 2012, 2017 und 2019 setzte sich der SCL stets durch.

2012 gegen den haushohen Favoriten Lausanne HC.

2017 gegen den Favoriten SC Rapperswil-Jona Lakers.

2019 gegen den HC La Chaux-de-Fonds.

Immerhin: Nummer 1 der Welt

Dennoch: Immerhin rangiert die Schweiz nun als Nummer 1 der Welt: Die USA haben zwar die Olympischen Spiele gewonnen, durch das frühe Aus an der WM zog die Schweiz aber dennoch in der IIHF-Weltrangliste an den USA vorbei, auf Rang 1 mit 5335 Punkten, gefolgt von den USA und Kanada mit je 5305 Zählern und Finnland mit 5240 Punkten.

Daniel Gerber

Schweiz holt doppelt so viele Punkte wie von Experten berechnet

An der Eishockey-WM führt die Schweizer Nationalmannschaft mehr oder weniger alle Experten an der Nase herum. Nachdem die Helvetier sich liebevoll rührend um Slowenien kümmerten und dem Aufsteiger gleich im ersten Spiel den ersten (und einzigen) Punkt schenkte sowie nach der Niederlage gegen Frankreich lauteten die Prognosen unmissverständlich: Die Schweiz erreicht die Viertelfinals nicht. So verhiess beispielsweise ein nicht ganz unbekannter Experte eines der grössten News-Portale der Nation: «Der Schweiz werden zuletzt drei Punkte fehlen.»

Nun, drei Spieltage und drei Punkte später sieht die Realität völlig anders aus, als die Prognosen, die sich landauf landab mehr oder weniger ähnlich bis gleich lasen: Die Schweiz liegt mit 15 gewonnen Punkten auf Position zwei. Auf dem vierten Rang reihte sich Finnland ein, mit 11 Punkten. Hätten der Schweiz nun tatsächlich drei Punkte gefehlt, wären es zuletzt 8 Zähler geworden. 15 statt 8 Zähler, Rang 2 statt 5 – die «Eisgenossen» sind somit rund doppelt so gut, wie von der Fachwelt weitgehend eingeschätzt. Zumindest: Besser so als umgekehrt.

Schweizer Eishockey Nationalmannschaft (Bild: Wikipedia/Christophe95).