4. Spieltag: Winterthur setzt ein Ausrufezeichen – doch jetzt folgt Rapperswil

Drei Runden sind gespielt. Und schon beginnt die Tabelle Geschichten zu erzählen. Neuchâtel Xamax steht oben. Neun Punkte, drei Siege. Noch keine Niederlage, noch kein Unentschieden. Dahinter Stade Lausanne-Ouchy mit sieben Punkten. Yverdon folgt mit fünf. Und dann beginnt das grosse Gedränge: Winterthur, Étoile Carouge und Aarau stehen bei vier Punkten.

Noch ist das alles keine Tabelle für die Ewigkeit. Aber sie liefert erste Hinweise. Und vor allem eine Erkenntnis: Xamax hat offenbar keine Lust, lange Anlauf zu nehmen.

Nun kommt die vierte Runde. Und sie bringt gleich das Duell, das diese frühe Meisterschaft ein erstes Mal ernsthaft vermessen kann.

Xamax – Lausanne-Ouchy: Der erste Gipfel

Neun gegen sieben Punkte. Erster gegen Zweiter. Xamax hat bisher geliefert. Vor allem die Effizienz stimmt. Drei Spiele, drei Siege. In dieser Liga ist das nach drei Runden mehr als eine hübsche Momentaufnahme.

Aber Lausanne-Ouchy ist der erste Gegner, der Xamax wirklich auf die Probe stellen kann. Die Lausanner haben nach drei Runden noch nicht verloren. Und sie haben erst ein Gegentor kassiert. Das ist kein Zufall. Das ist eine Mannschaft, die Spiele nicht unbedingt spektakulär gewinnen muss, um am Ende oben zu stehen.

Xamax gegen Lausanne-Ouchy ist deshalb mehr als das Spitzenspiel der Runde. Es ist ein kleiner Test für die Hierarchie.

Rapperswil-Jona – Winterthur: Wer kann den Fehlstart korrigieren?

Winterthur hat vier Punkte. Das klingt zunächst ordentlich, ein Sieg, ein Unentschieden, eine Niederlage und somit sicherlich weder ein Fehlstart noch ein gigantisches Start-Furioso. Aber nach drei Runden ist die Gefühlslage im Zürcher Oberland eine andere: Auf einen Sieg folgte eine Niederlage, dazu ein Unentschieden. Der grosse Rhythmus fehlt.

Rapperswil-Jona hat drei Punkte auf dem Konto. Und damit steht eine Partie bevor, in der beide Mannschaften mehr gewinnen können als nur drei Punkte. Der Sieger hält Anschluss an die obere Tabellenhälfte. Der Verlierer muss sich erstmals ernsthaft fragen, ob der Saisonstart den eigenen Erwartungen entspricht.

Das ist der Charakter dieser Challenge League: Nach drei Runden liegen zwischen Platz vier und neun gerade einmal ein Punkt.

Ein Wochenende kann die Tabelle komplett umsortieren

Stade Nyonnais – Étoile Carouge: Null oder Aufbruch. Stade Nyonnais ist das einzige Team ohne Punkt. Das ist die unangenehme Wahrheit. Drei Spiele, drei Niederlagen. Irgendwann wird aus einem schlechten Start ein Problem. Noch ist es zu früh für Panik. Aber der vierte Spieltag kommt für Nyonnais bereits mit einem gewissen Druck.

Und dann kommt Étoile Carouge. Die Genfer stehen bei vier Punkten. Kein überragender Start, aber ein durchaus brauchbarer. Vor allem wissen sie inzwischen: In dieser Liga genügt es, im richtigen Moment zuzuschlagen. Für Nyonnais ist es deshalb eine Art Frühwarnspiel. Noch kein Endspiel. Aber eines, das sich wie ein solches anfühlen könnte.

Wil – Kriens: Mittelfeld ist hier nur ein anderes Wort für Unruhe

Drei Punkte gegen drei Punkte. Wil und Kriens haben beide einen Sieg und zwei Niederlagen auf dem Konto. Das klingt nach Gleichstand. Tatsächlich geht es um mehr.

Wer gewinnt, springt ins Mittelfeld und kann plötzlich wieder nach oben schauen. Wer verliert, bleibt unten kleben. Und genau dort liegt nach drei Runden die ganze Brisanz dieser Liga: Zwischen einem scheinbar komfortablen Tabellenplatz und dem Abstiegsstrudel liegen manchmal nur 90 Minuten.

Yverdon – Aarau: Zwei Mannschaften auf der Suche nach Konstanz

Yverdon hat fünf Punkte. Aarau vier. Beide haben erst einmal verloren. Beide haben gezeigt, dass sie mit der Spitzengruppe mithalten können. Aber beide haben auch noch nicht den Eindruck vermittelt, bereits einen stabilen Rhythmus gefunden zu haben.

Yverdon hat nach drei Runden immerhin noch keine Niederlage kassiert. Aarau dagegen musste bereits eine Niederlage hinnehmen und steht nun vor einer unangenehmen Aufgabe: Auswärts bei einem Team, das bislang schwer zu schlagen ist. Ein Sieg für Yverdon – und die Mannschaft wäre plötzlich ganz oben dabei. Ein Sieg für Aarau – und die Tabelle wird noch enger.

Die grosse Frage dieser Runde

Nach drei Spieltagen ist die Challenge League noch keine Meisterschaft mit klaren Konturen. Aber sie beginnt, eine Dramaturgie zu entwickeln.

Hinter den beiden Spitzenreitern herrscht Gedränge. Winterthur, Carouge, Aarau, Yverdon, Kriens, Rapperswil und Wil liegen eng beieinander.

In dieser Liga reicht manchmal ein Wochenende, um aus einem vermeintlichen Aufstiegskandidaten einen Krisenklub zu machen. Die vierte Runde ist deshalb noch keine Richtungsentscheidung. Aber sie könnte die erste Runde sein, in der die Richtung sichtbar wird.

Daniel Gerber