Der SC Kriens hat sich im Verfolgerfeld der Spitzenränge einklassiert. Dahinter folgt der grosse Pulk, in dem zwischen Platz vier und sieben gerade einmal ein Punkt liegt. Mitten darin: der FC Aarau. Acht Punkte. Zwei Siege, zwei Unentschieden, zwei Niederlagen. Platz sieben. Das ist nicht schlecht. Aber für Aarau ist «nicht schlecht» ungefähr so beruhigend wie ein Regenschirm in einem Hurrikan.
Der FC Aarau hat in den ersten sechs Runden gezeigt, dass er eigentlich weiter oben hingehört. Und sie hat gleichzeitig gezeigt, weshalb er dort noch nicht steht. Das jüngste Beispiel liefert der FC Wil. Aarau führte 2:0. Und am Ende stand es 2:2. Zwei verlorene Punkte, die in einer Liga wie dieser später einmal schwerer wiegen können als Blei.
Am Freitag kommt Rapperswil-Jona ins Brügglifeld. Ein Gegner, der nach sechs Runden mit vier Punkten auf Rang neun steht. Die Ostschweizer haben bisher erst einmal gewonnen und bereits 13 Gegentore kassiert.
Auf dem Papier ist das eine jener Partien, die eine Mannschaft wie Aarau gewinnen muss. Rapperswil wird wissen, dass Aarau zuletzt eine Führung aus der Hand gegeben hat. Und Rapperswil wird wissen, dass beim Favoriten nach dem 2:2 in Wil die Geduld nicht grenzenlos ist. Das macht diese Partie gefährlich.
SLO gegen Kriens: Der erste echte Gipfel
Ebenfalls hoch-interessant ist das Duell zwischen Kriens und Stade Lausanne-Ouchy. Der Leader reist zum Tabellendritten. SLO hat viermal gewonnen und zweimal unentschieden gespielt. Nur drei Gegentore in sechs Spielen sprechen für eine Mannschaft, die gelernt hat, dass man Meisterschaften nicht nur mit Spektakel gewinnt. Der SC Kriens dagegen hat bereits zehn Punkte gesammelt, aber auch zwei Niederlagen kassiert. Hier treffen zwei Mannschaften aufeinander, die sich gegenseitig zeigen können, wie ernst ihre Ambitionen tatsächlich gemeint sind.
Napoleon soll einst gesagt haben, eine Armee marschiere auf ihrem Magen. Im Fussball marschiert sie auf ihrer Abwehr. Und genau dort hat SLO bislang die stabileren Stiefel geschnürt.
Yverdon wie einst Rom?
Yverdon empfängt am Sonntag Stade Nyonnais. Die Rollen könnten klarer kaum verteilt sein: Yverdon ist Zweiter und noch ungeschlagen. Nyonnais ist Letzter, wartet nach sechs Runden noch immer auf den ersten Sieg und hat erst zwei Punkte gesammelt. Doch genau solche Spiele sind für den Favoriten gefährlich.
Und manchmal ist das die gefährlichste Ausgangslage. Rom fiel nicht an einem Tag. Aber Fussballspiele können innerhalb von neunzig Minuten «fallen».
Winterthur gegen Xamax: zwei Mannschaften auf der Suche
Auch Winterthur gegen Xamax verspricht Spannung. Winterthur liegt mit neun Punkten auf Rang vier, Xamax ebenfalls mit neun Punkten auf Rang fünf. Hier geht es darum, die Ausgangslage im Verfolgerfeld zu verbessern.
FC Wil braucht Punkte
Etoile Carouge hat acht Zähler, Wil fünf. Der eine Klub schaut nach oben, der andere muss langsam nach unten schauen – und zwar nicht aus Neugier. Der FC Wil hat zuletzt gegen Aarau bewiesen, dass man einen Rückstand aufholen kann. Für Carouge wiederum ist die Partie die Gelegenheit, sich im Mittelfeld festzusetzen.
Liga beginnt sich zu sortieren
Es ist diese Art von Spiel, die selten Schlagzeilen produziert … aber am Ende Tabellenplätze. Der siebte Spieltag könnte die Liga sortieren.
Unter anderem der FC Aarau muss aufpassen, dass aus dem Abstand nach oben nicht plötzlich ein kleiner werdender Vorsprung nach unten wird. Denn hinter den Aargauern stehen Wil und Rapperswil – und zwischen Rang vier und sieben herrscht ein Gedränge wie auf einem Bahnhof kurz vor Abfahrt des letzten Zuges.