Auch wenn Fussball-Eishockey-Vergleiche mit Vorsicht zu geniessen sind: Der FC Thun legt zwischen Fussball und Eishockey in der Schweiz einen wunden Punkt offen. Der FCT konnte nach dem Sieg der Challenge League aufsteigen und brillieren. Wer dagegen im Eishockey die Swiss League für sich entscheidet, bekommt es mit jeder Menge Hürden zu tun.
Der Fussball zeigt Durchlässigkeit als Leistungsprinzip. In der Super League und der Challenge League gilt ein klares Prinzip: Wer gut ist, steigt auf. Wer schwach ist, steigt ab. Der aktuelle Fall FC Thun zeigt genau das: Sportlich aufgestiegen ist das Team konkurrenzfähig und jetzt sogar im Titelrennen.
Das sendet eine starke Botschaft: Leistung wird belohnt. Die Liga bleibt dynamisch und glaubwürdig.
Eishockey: Abschottung als System
Ganz anders in der National League und der Swiss League im Eishockey: Auf- und Abstieg sind faktisch blockiert oder extrem erschwert, wirtschaftliche Kriterien dominieren über sportliche. Und
bestehende NL-Klubs sichern sich gegenseitig ab. Das Resultat: Eine geschlossene Gesellschaft, in der sportlicher Erfolg allein nicht reicht. Ambitionierte SL-Klubs prallen an strukturellen Hürden ab. Die Liga schützt sich selbst auf Kosten des Wettbewerbs. Mit je zwölf Teams statt 14 im Oberhaus wäre der Abstand zwischen den beiden Ligen ausserdem deutlich geringer.
Eine geschlossene Gesellschaft
Das Eishockey-System wirkt wie eine Selbstschutz-Operation der Etablierten. Während der Fussball das Risiko des Abstiegs akzeptiert – und genau daraus seine Spannung bezieht – betreibt das Eishockey organisierte Risikovermeidung.
- Im Fussball entscheidet die Leistung auf dem Rasen.
- Im Eishockey entscheidet der Sitzungstisch.
Der Erfolg des FC Thun ist deshalb mehr als eine schöne Geschichte: Er ist ein Gegenbeweis zur Idee, man müsse Ligen abschotten, um Qualität zu sichern. Denn die unbequeme Wahrheit lautet: Wettbewerb entsteht durch Offenheit, nicht durch Kontrolle.